Immer mehr Banken lassen ihre Kunden an allen Geldautomaten im In- und Ausland kostenlos abheben. Die größte deutsche Direktbank ING Diba startet ein solches Angebot am Montag, wie ein Banksprecher am Freitag sagte. Die SEB Bank zieht zum Jahreswechsel nach. Sie wird nach eigenen Angaben die erste Bank mit einem eigenen Filialnetz sein, die ein solches Angebot hat. Das weltweite Gratis-Abheben setzt sich seit einigen Monaten immer mehr durch. Die meisten Bankkunden können nur an den Automaten und EC Terminal bestimmter Institute gratis abheben, zahlen sonst aber Gebühren. SEB-Kunden erhalten außerdem mit ihrer Visa-Karte künftig Rabatte in vielen Geschäften. Anzeige
ING Diba-Kunden können ab Montag an 56.000 Geld-Automaten mit einem Visa-Zeichen kostenlos Geld abheben. Für das Konto selbst fielen weiterhin keine Gebühren an, sagte der Sprecher der Bank. Das Angebot der SEB Bank sieht ähnlich aus. Zuvor waren schon wenige andere Banken mit solchen Modellen gestartet, etwa die Volkswagen Bank und die Deutschen Kreditbank DKB Cash (DKB). Die Angebote von Direktbanken bergen aber teils Einschränkungen: So müssen bei der Volkswagen Bank pro Vorgang mindestens 50 Euro abgehoben werden. Außerdem kann nur Kunde werden, wer mindestens 1000 Euro im Monat auf seinem Konto gutgeschrieben bekommt. Solche Gebühren gibt es bei den Angeboten von DKB, Ing Diba und SEB dagegen nicht. Inzwischen spielen auch die Großbanken und Sparkassen mit dem Gedanken, die Automatengebühren abzuschaffen. Alle anderen Bankkunden gehören beim Geldabheben in Deutschland bisher zu einer von vier Gruppen: zum Verbund der Sparkassen, zum BankCard ServiceNetz der Volks- und Raiffeisenbanken, zur Cash-Group der großen Privatbanken (Deutsche Bank, Dresdner Bank, Commerzbank, Postbank und HypoVereinsbank) oder zum Cash Pool, in dem sich Institute wie die Citibank, SEB, Wüstenrot, die Sparda-Banken oder Südwestbank zusammengeschlossen haben. Wer Geld bei einer Bank abhebt, die zu einem anderen Verbund gehört, zahlt zum Teil hohe Gebühren. Bei der SEB-Bank erhalten Kunden ab dem kommenden Jahr bei mehreren tausend Firmen einen Rabatt, wie die Bank mitteilte. Der Kunde bekommt beim Einkauf per Karte einen Nachlass von bis zu zehn Prozent. Die Geschäfte, die solch einen Rabatt anbieten, sollen in einem Heft aufgezählt werden. Wer das Angebot nutzt, muss aber eine Kontoführungsgebühr zahlen. Die SEB-Bank hat auch ein Konto im Angebot, das kostenlos ist. Wie hoch die Gebühren für das Rabatt-Konto sind, ist nach Angaben eines SEB-Sprechers allerdings nicht entschieden, sie sollten aber nur "ein paar Euro" betragen. Die SEB setze bewusst einen Kontrapunkt zur Konkurrenz, die sich mit kostenlosen Girokonten Konkurrenz machten. SEB-Deutschland-Chef Peter Buschbeck sagte dem "Handelsblatt" zur Begründung, "Konto- und Kartenleistungen immer noch billiger anzubieten, ist allein kein Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb". Die SEB war demnach vor zehn Jahren eine der ersten Banken, die das kostenlose Gehaltskonto eingeführt hat. Inzwischen bieten viele Banken solche Konten an. Vor kurzem hatte in Karlsruhe auch die erste Sparkasse ein solches Angebot in ihr Angebot genommen. Der deutsche Sparkassen-Verband sperrt sich aber weiter gegen solche Offerten. Quelle:AFP |