• Donnerstag, 17. Januar 2019

Finanzen: Voller Spannung ins Jahr 2019

Diese Seite teilen:

Für den einen hat das Jahr 2018 ein besseres Ende gefunden, der andere hofft vielleicht eher auf die kommenden 365 Tage im Jahre 2019. Tatsächlich gab es innerhalb der Finanzbranche in den letzten Monaten ein großes Auf und Ab der Gefühle. Es wurden zahlreiche neue Innovationen eingeführt, gleichzeitig aber auch haufenweise Gebühren ins Leben gerufen. Und wie sieht es nun 2019 aus? Hier zeigt sich der Blick auf die Girokonten, Zahlungen und Finanzen zumindest spannend. Auch im kommenden Jahr stehen immerhin einige große Innovationen bevor, zudem kann sich Kontobesitzer mit ein paar guten Vorsätzen auch selbst zu einem erfolgreichen neuen Jahr verhelfen.

Mit guten Vorsätzen ins neue Jahr starten

Insgesamt muss gesagt werden, dass sich die Finanzbranche im letzten Jahr gut entwickeln konnte und in zahlreichen Bereichen wichtige Fortschritte gemacht hat. Davon profitieren auch die Endkunden, auch wenn den meisten Verbrauchern vor allem die neu eingeführten Gebührenmodelle der Banken in Erinnerung bleiben dürften. Wer bis 2018 noch ein kostenloses Girokonto genutzt hat, hatte zum Beispiel gute Chancen, dass dieses in ein kostenpflichtiges Modell umgeändert wurde. Darüber hinaus wurden beispielsweise auch sogenannte Glücksspielgebühren ins Leben gerufen, mit denen die Banken zusätzliche Zinsen erheben, wenn ihre Kunden Gelder für Glücksspiele aufwenden.

Gerade deshalb nehmen sich auch in diesem Jahr wieder viele Menschen in Deutschland vor, im nächsten Jahr sparsamer unterwegs zu sein. Rund 30 Prozent aller Deutschen haben diesen Vorsatz auf ihrer Liste, wobei selbstverständlich nicht in allen Fällen auch wirklich so gehandelt wird. Dennoch kann es helfen, sich einige Vorsätze für das neue Finanz-Jahr 2019 aufzustellen und so möglicherweise eine bessere finanzielle Grundlage zu schaffen.

Viel sparen lässt sich beim Konto und Krediten

Großes Einsparpotenzial dürften die Kontobesitzer vor allem rund um das Girokonto finden. Zwar hat mittlerweile der Großteil der deutschen Banken ein gebührenpflichtiges Girokonto eingerichtet, dennoch können in einigen Fällen aber deutlich günstigere Konditionen genutzt werden. Sparer sollten in diesem Zusammenhang vor allem auf die Kontoführungsgebühren achten, die teilweise schon allein große Unterschiede in der jährlichen Abrechnung bedeuten können. Dazu sollten die Überweisungen, Daueraufträge oder Bargeldverfügungen genauer unter die Lupe genommen werden, da auch in diesen Bereichen große Unterschiede zu erkennen sind. Einige Unternehmen verzichten sogar tatsächlich noch auf Gebühren für das Konto, wobei es sich hier vor allem um regionale Filialbanken handelt.

Abgesehen von den Kontogebühren können aber auch die Kosten für einen laufenden Kredit deutlich verringert werden. Die Zinsen für Kredite sind in den letzten sechs Jahren um fast 50 Prozent gesunden, so dass mittlerweile deutlich bessere Angebote genutzt werden können. Die Zinsen fallen also geringer aus, so dass auch geringere monatliche Rückzahlungen geleistet werden müssen. Das Stichwort ist hier die Umschuldung, mit der ein teurer Kredit einfach durch einen günstigeren Kredit abgelöst werden kann. Online lassen sich passende Angebote schnell entdecken und vergleichen, so dass hier ein recht problemloser Wechsel möglich ist.

Mehr rausholen aus Tages- und Festgeldern

Ebenfalls zu den guten Vorsätzen dürfte in Deutschland die Maximierung der Erträge aus Tages- und Festgeldanlagen gehören. Tagesgelder haben zwar in den letzten Monaten ein wenig an Ertrag eingebüßt, sind aber immer noch lukrativer als ein reguläres Girokonto. Verzinst wird das Guthaben auf einem Girokonto bekanntlich nicht. Ganz im Gegenteil: Wer besonders viel Geld parkt, muss mittlerweile sogar eine Gebühr bezahlen. Die Summe wird also stetig weniger und wäre auf dem Girokonto dementsprechend nicht optimal gelagert. Mit einem Tagesgeldkonto im Inland sind wiederum teilweise Zinsen von bis zu einem Prozent möglich, so dass hier unterm Strich eine Rendite eingefahren werden kann. Im Ausland können die Tagesgeldanlagen sogar noch lukrativer sein und Zinssätze von zwei Prozent oder mehr mit sich bringen. Zu beachten ist dann allerdings, dass die Einlage immer über eine Einlagensicherung geschützt sein sollte und der Kunde so vor einer finanziellen Schieflage der Bank geschützt wird.

Wer noch mehr aus seinen Geldern machen möchte, kann auch 2019 wieder auf eine Festgeldanlage zurückgreifen. Hier lohnt sich der Vergleich, denn mit den besten Festgeldkonten sind Zinsen von mehr als 2,5 Prozent im Jahr möglich. Wichtig zu bedenken ist dann aber, dass bei einem Festgeldkonto die Gelder für längere Zeit nicht angerührt werden können. Der Betrag wird also für die Anlage „blockiert“, weshalb Festgeldanlagen nur für die Anleger zu empfehlen sind, die ihren jeweiligen Anlagebetrag für den gesamten Zeitraum wirklich entbehren können. Sicher interessant: Mittlerweile gibt es auch Misch-Konten. Hier wird dann ein Teil wie ein Tagesgeld zur täglichen Verfügbarkeit angeboten, während ein anderer Teil wie bei einer Festgeldanlage nicht verschoben werden kann. Unabhängig davon ist für das Jahr 2019 zudem auch ein Vergleich der Gebühren für die Kreditkarten zu empfehlen. Fast 50 Euro pro Jahr zahlen die Deutschen im Schnitt für eine Kreditkarte bei ihrer Hausbank – das geht günstiger. Einige Anbieter verzichten zum Beispiel auf Gebühren für Geldabhebungen oder Zahlungen – und das sogar im In- und Ausland. Auch Reisende können also möglicherweise den einen oder anderen Euro sparen.

Bieten Filialbanken überhaupt noch kostenlose Girokonten an?

Wer im Jahr 2019 mit einem gebührenfreien Girokonto durchstarten möchte, hat die besten Chancen hierfür online. Die Online-Banken können im Vergleich zu den Filialbanken an zahlreichen Ecken und Enden sparen, so dass die Kunden hier von deutlich günstigeren Tarifen profitieren können. Aber wie sieht es dann aus, wenn die Kontoinhaber gerade den persönlichen Kontakt und die Nähe einer Filialbank schätzen? Wie da Finanzportal FHM für das „Handelsblattt“ herausfand, nicht allzu gut. Zwar gibt es noch einige gebührenfreie Modelle, die Anzahl ist bei rund 2.000 getesteten Instituten aber denkbar gering ausgefallen. Geprüft wurde dabei jeweils, ob es sich zu 100 Prozent um ein gebührenfreies Girokonto handelte – also sowohl mit einem Gratis-Konto als auch mit einer kostenlosen Girokarte.

Herausgefunden hat FHM in der Auswertung,  dass lediglich bei fünf überregionalen Banken kostenfreie Girokonten mit gebührenfreien Karten zu finden sind. Hierzu gehören zum Beispiel die recht unbekannte BBBank oder die Ziraat Bank International. Aber auch bei einigen bekannteren Konzernen sind laut dem Bericht tatsächlich noch Gebühren zu sparen. So zum Beispiel bei der Commerzbank, die das Ganze allerdings nur im Rahmen einer Neukundenaktion zur Verfügung stellt. Bestehende Kunden haben hier leider keine Möglichkeit, die Kontogebühren zu umgehen. Anders ist es bei der Santander Bank, hier kann das gebührenfreie Girokonto tatsächlich ohne Einschränkungen genutzt werden. Wiederum an einen monatlichen Mindestgeldeingang von 600 Euro ist das Konto der Targobank gebunden, damit auch dieses gebührenfrei genutzt werden kann. Regional ist die Vielfalt hier deutlich besser. Verschiedene Volks- und Raiffeisenbanken, Sparkassen oder auch Sparda-Banken bieten noch gebührenfreie Kontenmodelle. Darunter zum Beispiel die Sparda-Bank Hesse, die Sparda-Bank München oder die Rostocker Volks- und Raiffeisenbank. In der jüngeren Vergangenheit hat es dabei mehrfach Gerichtsverfahren gegeben, in denen zum Beispiel das Landgericht in Düsseldorf gegen die Werbung der apoBank vorgegangen ist. Diese hatte ihr Girokonto als kostenlos angepriesen und dafür geworben. Und das, obwohl die mit dem Konto verbundene Girokarte eine Gebühr von 9,50 Euro pro Jahr mit sich brachte.

Freudiger Ausblick auf die Zukunft

Insgesamt gefällt der Ausblick in die finanzielle Zukunft 2019 also recht gut – und er könnte noch besser werden. Immerhin ist zum Beispiel Deutschland noch immer damit beschäftigt, eine geprüfte Vergleichs-Webseite für Girokonten ins Leben zu rufen. Hier könnten Verbraucher dann auf einen Blick transparent überblicken, welches Unternehmen tatsächlich welche Gebühren erhebt und wo ein gebührenfreies Konto genutzt werden kann. Bislang fehlt es hier zwar noch an einer ganzen Reihe von Rahmenbedingungen, dennoch dürfte die Seite 2019 wohl online gehen – geplant war diese immerhin bereits schon für das Ende von 2018. Darüber hinaus hat die Gesetzgebung durch einen neuen Gesetzestext auf den Weg für neue Innovationen in der Finanzbranche gemacht. Banken müssen die Kontodaten der Kunden künftig auch Dritten zur Verfügung stellen. Somit können Kunden künftig mehrere Konten bei verschiedenen Banken in nur einer mobilen App verwalten.

Zusätzlich stehen weitere Innovationen bevor, für die unter anderem auch das Unternehmen „Bitwala“ sorgen möchte. Das Start-Up bringt ein Girokonto an den Start, welches problemlos mit einem Kryptogeldwallet zum Beispiel für Bitcoins verknüpft werden kann. Im Detail handelt es sich bei diesem Angebot um ein Girokonto mit dazugehöriger Debitkarte von Mastercard und einem im Online-Banking integrierten Kryptowallet. Kunden können zum Beispiel ihr Euro-Guthaben in Bitcoins umtauschen oder sich die Gewinne aus Bitcoinverkäufen in Euro auf das Konto übertragen lassen. Darüber hinaus wirbt der Konzern damit, dass zusätzliche Standard-Funktionen wie SEPA-Überweisungen oder Daueraufträge ebenfalls möglich sind. Geschützt werden die Einlagen auf dem Konto gesetzlich per Einlagensicherung von bis zu 100.000 Euro – für das Kryptowallet gilt dies allerdings nicht, weshalb hier eine zusätzliche Absicherung durch eine Zwei-Faktor-Authentifizierung in Form eines mTan-Verfahrens eingesetzt werden soll. Zusätzlich dazu ist der Bitcoinhandel zum Start auf maximal 15.000 Euro pro Monat begrenzt.

1 vote

Andere Promivermögen