• Donnerstag, 13. Dezember 2018

Prepaid-Kreditkarten: Sinnvolle Ergänzung zum Girokonto?

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Während in England oder Schweden tagtäglich zahlreiche Zahlungen mit der Kreditkarte abgewickelt werden, ist Deutschland in dieser Hinsicht noch enorm zurückhaltend eingestellt. Die Deutschen lieben bekanntlich ihr Bargeld und mögen es noch immer, auf diese Art und Weise Geschäfte abzuwickeln. Es gibt allerdings auch Situationen, da ist eine kleine Plastikkarte durchaus wertvoll und hilfreich – selbst dann, wenn keine direkte Verbindung zum eigenen Girokonto besteht. Das ist zum Beispiel bei einer Prepaid-Kreditkarte der Fall, die von immer mehr Deutschen als Ergänzung genutzt wird. Aber macht das Sinn?

Einfache Funktionsweise spricht für die Prepaid-Karten

Prepaid-Karten sind aus verschiedenen Branchen bereits seit vielen Jahren bekannt und erfreuen sich generell großer Beliebtheit. In der Finanzbranche sind die Prepaid-Karten in Form der Prepaid-Kreditkarten jedoch erst vor recht kurzer Zeit ein ernsthaftes Thema geworden. Der Grund hierfür liegt darin, dass klassische Kreditkarten einige Vorteile mit sich bringen können, aber längst nicht jedem Bankkunden zur Verfügung stehen. Immerhin muss das Girokonto hierfür gewisse Umsätze vorweisen können, die Bonität muss also stimmen. Anschließend wird dann eine Kreditkarte an den Kunden ausgegeben, mit welcher dieser zum Beispiel in Geschäften oder dem Internet zahlen kann. Die Bank streckt diese Summe in gewisser Weise vor und bucht diese dann normalerweise einmal im Monat vom Girokonto des Kunden ab. Hierbei handelt es sich also um einen Zahlungsaufschub, für den Gebühren von der Bank erhoben werden.

Anders sieht es bei der Prepaid-Kreditkarte aus. In diesem Fall ist die Bonität nicht wichtig, denn es wird kein echter Kredit eingeräumt. Stattdessen müssen die Kunden zunächst Geld auf ihre Kreditkarte einzahlen und können dann über diesen Betrag verfügen. Überziehungen sind nicht möglich. Stiftung Warentest lob in diesem Zusammenhang die einfache Funktionsweise der Prepaid-Kreditkarten, die sich von jedem Konto aus aufladen lassen und dabei fast in keinen Fällen Gebühren mit sich bringen. Darüber hinaus können die Aufladungen auch mit alternativen Zahlungsmitteln wie Klarna, Giropay oder Neteller durchgeführt werden. Vom Funktionsumfang her sind die Prepaid-Karten dabei identisch stark wie ihre großen Brüder. Nutzer können also Zahlungen an der Supermarktkasse oder im Internet abwickeln, gleichzeitig können auch Bargeldverfügungen am Automaten durchgeführt werden – und Zinsen fallen bei den Prepaid-Kreditkarten nicht an.

Wie sicher sind die Prepaid-Kreditkarten?

Natürlich spielt bei der Entscheidung für oder gegen eine Prepaid-Kreditkarte auch die Sicherheit eine wichtige Rolle. Bei Karten existiert immerhin immer ein gewisses Restrisiko, dass diese verloren geht und dann in die Hände von Kriminellen gerät. Allerdings besteht bei einer Prepaid-Karte in diesem Fall kein ganz großer Grund zur Sorge. Ausgeben können natürlich auch die Betrüger nur so viel, wie auf der Karte vorhanden ist. In diesem Fall haftet der Kreditkarteninhaber also maximal bis zur Höhe seines auf der Karte befindlichen Guthabens. Das muss aber nicht immer so sein, denn einige Unternehmen haben sich in diesem Zusammenhang in der Vergangenheit bereits sehr kulant gezeigt.

Abgesehen von der persönlichen Haftung lässt sich zudem erwähnen, dass die Prepaid-Kreditkarten ansonsten mit den gleichen Sicherheitsmerkmalen wie die regulären Kreditkarten ausgestattet sind. Zugriffe durch Unbefugte werden also so gut wie möglich verhindert und es kann bei fast allen Zahlungen bedenkenlos eine Transaktion abgewickelt werden. Ein Schutz vor Cyber-Attacken ist ebenfalls vorhanden, was in der heutigen Zeit vielleicht noch als ein bisschen wichtiger bezeichnet werden kann.

Auch für Menschen ohne festes Einkommen interessant

Weshalb sich die Prepaid-Kreditkarte in den letzten Jahren in Deutschland zu einem echten Trend entwickelt hat, lässt sich mit dem vielseitigen Einsatz der Karte begründen. Während eine normale Kreditkarte zum Beispiel kaum für Hände von Jugendlichen geeignet ist, sieht dies mit der Prepaid-Kreditkarte ein bisschen anders aus. Eltern können zum Beispiel monatlichen einen bestimmten Betrag auf die Karte überweisen und haben so eine gewisse Kostenkontrolle beim Nachwuchs. Darüber hinaus wird das Geld auf der Karte natürlich angespart, bis es ausgegeben wird. Zinsen gibt es in den meisten Fällen für das Guthaben zwar nicht, dafür kann der Nachwuchs aber immer auf sein angespartes Geld zurückgreifen. Zusätzlich dazu ist eine Prepaid-Kreditkarte auch für die Menschen interessant, die kein festes Einkommen vorweisen können. Auf eine Bonitätsprüfung oder eine Schufa-Prüfung wird verzichtet, beantragen kann die Prepaid-Karte im Prinzip jeder. Es liegt aber dann noch immer bei der Bank bzw. dem Kartenunternehmen, ob die Karte wirklich ausgestellt wird. In der Regel spricht hier aber nichts gegen. So können auch die Menschen eine Kreditkarte nutzen, die unter regulären Umständen keine Karte von ihrer Bank erhalten würden.

Nicht zu vergessen sind in diesem Zusammenhang auch die Personen, die viel Ausland oder auf Reisen unterwegs sind. Wer sich Probleme beim Wechseln ersparen möchte oder im Ausland ungern mit viel Bargeld unterwegs ist, kann sich mit einer Prepaid-Kreditkarte ebenfalls weiterhelfen. Diese wird vor der Reise einfach aufgeladen, das Bargeld kann dann zuhause oder auf dem Konto bleiben. Sollte dann unterwegs einmal Nachschub benötigt werden, lässt sich das Guthaben mit Hilfe des Internets einfach wieder auffüllen. Hier punktet die Prepaid-Kreditkarte übrigens auch im direkten Vergleich mit der „echten“ Kreditkarte. Sollte Letztere im Urlaub verloren gehen, ist das nämlich deutlich ärgerlicher, als bei der aufladbaren Variante. Aber auch Personen, die nicht viel Reisen, können mit der Prepaid-Kreditkarte oftmals viel anfangen. Genutzt werden kann diese zum Beispiel auch aus Gründen der Bequemlichkeit oder als Karte für das Tanken.

Kosten und Leistungen sollten genauestens überprüft werden

Worin sich die Prepaid-Kreditkarten wiederum nicht von den normalen Kreditkarten unterscheiden, ist die Recherche im Vorfeld. Es sollte immer ein genauer Blick auf die Kosten und Leistungen geworfen werden, denn diese sind keinesfalls in allen Fällen identisch. Spannend wird es zum Beispiel dann, wenn es an die Bargeldverfügungen oder Zahlungen im Ausland geht. Während einige Anbieter hier tatsächlich auf Gebühren verzichten, schlagen andere Unternehmen bei genau diesen Zahlungen so richtig zu. Es lohnt sich daher auf jeden Fall ein Blick in das Preisverzeichnis, denn nicht immer werden diese Kosten im Vorfeld auch wirklich transparent zur Verfügung gestellt. Genau das Gleiche gilt für die Leistungen, denn auch hier können sich einige deutliche Unterschiede auftuen. Akzeptiert werden gerade die Prepaid-Karten von Visa oder Mastercard fast überall auf der Welt. Darüber hinaus sollte aber auch darauf geachtet werden, ob mit der eigenen Karte wirklich Zahlungen im Ausland möglich sind und Gelder am Automaten abgehoben werden können.

Um die richtige Prepaid-Kreditkarte für die eigenen Bedürfnisse finden zu können, sollte daher immer eine umfangreiche Recherche betrieben werden. Gleichzeitig sollten sich die künftigen Karteninhaber fragen, was genau mit der Kreditkarte erledigt werden soll. Wer viel reist, sollte auf gebührenfreie Zahlungen im Ausland achten und darauf, dass auch im Ausland die Bargeldverfügungen ermöglicht werden. Zusätzlich dazu spielt eine Rolle, wo die Kreditkarte im Ausland überall akzeptiert wird. Ergänzend dazu sollte natürlich überlegt werden, ob eine Prepaid-Kreditkarte für die eigenen Zwecke ausreicht oder es vielleicht doch eine richtige Kreditkarte sein sollte. Wer sich für eine vollwertige Kreditkarte entscheidet kann zum Beispiel oftmals von Prämien profitieren, die durch Einkäufe freigeschaltet werden. Darüber hinaus werden in vielen Fällen auch Zusatzleistungen wie Reiserücktrittsversicherungen oder ähnliches angeboten. Auch hier ist aber natürlich nicht alles Gold, was glänzt. Die vollwertigen Kreditkarten sind zum Beispiel oftmals nur dann gebührenfrei, wenn ein bestimmter Jahresumsatz geleistet wurde. Zudem können auch die Zusatzleistungen wie die Reiseversicherung noch an weitere Voraussetzungen gebunden sein.

Kann eine clevere Lösung sein

Dass die Kreditkarte als sinnvolle Ergänzung zum Girokonto bezeichnet wird, ist durchaus korrekt. Verbraucher können hier von einigen Vorteilen profitieren, die bei einer regulären Kreditkarte nicht zu finden sind. Hierzu gehört zum Beispiel die Tatsache, dass keine Zinsen für die Nutzung der Kreditkarte erhoben werden. Bei einer vollwertigen Kreditkarte geht die Bank in „Vorkasse“, bei einer Prepaid-Kreditkarte wird das eigene Geld genutzt, welches zuvor auf die Kreditkarte eingezahlt wurde. Darüber hinaus hält sich das Risiko bei einer Prepaid-Kreditkarte in Grenzen. Wird diese zum Beispiel im Ausland genutzt und geht verloren, können Kriminelle nur so viel Geld ausgeben, wie sich wirklich auf der Karte befindet. Bei einer vollwertigen Kreditkarte wiederum wäre dies bis zum jeweiligen Limit der Karte möglich.

Alles in allem lässt sich die Prepaid-Kreditkarte somit als hilfreiches Mittel für verschiedene Personengruppen bezeichnen. Reisende profitieren davon, dass das Bargeld an einem sicheren Ort gelassen werden kann und die Karten vielerorts akzeptiert werden. Darüber hinaus lohnt sich eine Prepaid-Kreditkarte auf Grund der ausbleibenden Gebühren aber auch im Alltag, wenn einfach nicht viel Bargeld mitgenommen werden soll. Wer die richtige Karte für sich entdecken möchte, sollte sich im Vorfeld allerdings genauestens mit den unterschiedlichen Angeboten auf dem Markt vertraut machen. Gerade beim Blick auf die möglichen Gebühren gibt es hier horrende Unterschiede und die Karte lässt sich beispielsweise nicht immer gebührenfrei aufladen. Aus diesem Grund sollt genau geprüft werden, inwiefern die angebotenen Karten zu den eigenen Bedürfnissen passen.

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