• Montag, 16. März 2026

Echtzeit-Überweisung und Schufa-Scoring: Das könnte sich ändern

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Rund um die Abwicklung von Zahlungen hat sich in den vergangenen Jahren eine Menge geändert. Digitale Anbieter wie PayPal haben das Feld größtenteils übernommen. Nicht zuletzt deshalb, weil die Banken einen entscheidenden Schritt im Wandel lange Zeit verschlafen haben. Noch immer ist es so, dass die traditionelle Überweisung teilweise mehr als einen Werktag in Anspruch nehmen kann. Das ist nicht mehr zeitgemäß, findet die EU-Kommission, die nun Echtzeit-Überweisungen zum verpflichtenden Standard machen möchte.

Eine weitere Änderung kommt auf die Banken aus eigener Motivation zu. Immer mehr Geldhäuser trennen sich vom klassischen Modell aus EC-Karte und Kreditkarte und setzen stattdessen auf die sogenannten Debitkarten. Das könnte für Verbraucher allerdings üble Folgen haben und im schlechtesten Fall das Schufa-Scoring nach unten ziehen. Wir fassen alles Wichtige zusammen!

EU-Kommission: Echtzeit-Überweisung soll Standard werden

Viele Menschen kennen es. Wer einem Bekannten Geld via Banküberweisung senden möchte, benötigt oftmals einige Stunden oder gar Tage Geduld, bis der Betrag beim Freund auch wirklich ankommt. Die EU-Kommission findet: Das ist nicht mehr zeitgemäß. Aus diesem Grund soll die sogenannte Echtzeit-Überweisung zum verpflichtenden Standard werden. Dieser Service ist eigentlich nicht ganz neu im Portfolio der Banken. Stattdessen sind bereits seit rund fünf Jahren Überweisungen mit dem Euro in Echtzeit möglich. Rund um die Uhr werden so Überweisungen innerhalb von wenigen Sekunden abgewickelt.

Genutzt wird der Service von den Banken allerdings nur selten. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ zuerst berichtete, plant die EU-Kommission deshalb das Einschreiten und möchte die Echtzeit-Überweisung als neuen Standard etablieren.

Kostenfreie Echtzeit-Überweisung, aber kostenpflichtige Extras

Den Berichten zufolge plant die Kommission, dass die Zahlungsanbieter in der EU künftig das Echtzeit-System neben den traditionellen Überweisungen bereitstellen sollen – und zwar ohne zusätzliche Gebühren für die Kunden. Gleichzeitig sei demnach geplant, den Service der Banken in diesem Zusammenhang, um kostenpflichtige Dienste zu erweitern. So sollen Banken künftig direkt den Namen und die IBAN der Geldempfänger überprüfen, um zu verhindern, dass Kunden versehentlich eine falsche Kontonummer nutzen. Dieser Service müsse von den Banken dann aber laut der Berichte nicht gebührenfrei bereitgestellt werden.

Banken forcieren Abschied von EC- und Kreditkarte

Während die Änderungen rund um die Überweisungen den Banken auf EU-Ebene vorgesetzt werden, forcieren die Geldhäuser eine andere Änderung ganz aus eigenen Kräften. So lässt sich bei den Unternehmen in der Bundesrepublik ein deutlicher Trend erkennen, der den Abschied des klassischen Modells aus EC- und Kreditkarte bedeuten könnte. Die Geldhäuser setzen vermehrt auf die sogenannten Debitkarten. Immer öfter werden die klassischen Kreditkarten und EC-Karten mit Gebühren versehen, während die Debitkarte kostenlos angeboten wird. Sanft, aber doch spürbar, werden die Kunden so zur Debitkarte gedrängt.

Die Banken machen allerdings kein Geheimnis um ihre Pläne. So heißt es aus der Branche nahezu unisono, dass die Kunden mit der Debitkarte alles machen könnten, was auch mit der EC- und Kreditkarte möglich wäre. So ließe sich diese etwa problemlos im Ausland für Zahlungen nutzen, könne in Online-Shops verwendet werden oder diene auch für die Verfügungen von Bargeld. Berichten zufolge könnte der Abschied der Kreditkarte allerdings horrende Folgen für die Verbraucher haben.

Ohne Kreditkarte: Geht das Schufa-Scoring nach unten?

Demnach ist die Kreditkarte wesentlich für die Ermittlung des Schufa-Scorings. So konnte die Auskunftei anhand der Tilgung der Kreditkartenbeträge erkennen, dass ein Verbraucher seine Karte zuverlässig abbezahlte. Dies hatte in vielen Fällen positive Auswirkungen auf den Schufa-Score. Fällt die Kreditkarte weg, stehen der Auskunftei deutlich weniger Daten zur Verfügung. Der Score könnte sich demnach verschlechtern. Laut Recherchen von „finanz-szene.de“ soll die Schufa entsprechende Berechnungen Bereichs durchgeführt haben.

Ergeben hätte sich so, dass für rund 71,5 Prozent der Verbraucher der Schufa-Score verschlechtert werden würde. Bei rund 26 Prozent würde der Score wiederum in die andere Richtung steuern und sich verbessern. Lediglich bei rund 1,8 Prozent der Verbraucher würde der Score nicht durch den Abschied der Kreditkarte beeinflusst werden. Wie das Portal vermeldet, würde es sich lediglich um enorm geringe Verschlechterungen des Scorings handeln. Dennoch könnte auch diese kleine Auswirkung im schlechtesten Fall bereits große Folgen mit sich bringen. Allerdings könnte sich dieses Problem mit zunehmender Dauer von selbst wohl wieder erledigen. Wer seine Debitkarte nutzt, liefert der Schufa nach und nach wieder Informationen, die dann zur Ermittlung der Kreditwürdigkeit hinzugezogen werden können.

Was ist noch los in der Finanzwelt? DKB bucht bei Kunden doppelt ab

Aufregung gab es in den letzten Tagen in der deutschen Finanzbranche auch aus Sicht der Verbraucher. Zumindest dann, wenn diese ein Konto bei der DKB besitzen. Bei einem Blick auf den eigenen Kontostand dürften viele Kunden erschrocken reagiert haben. Die Bank hat versehentlich Buchungen doppelt durchgeführt und so in vielen Fällen die Konten ihrer Kunden leer geräumt. Aber keine Sorge: Die Bank hat mittlerweile eine Erklärung abgegeben und alle betroffenen Kunden bereits informiert. Ein wenig kurios ist die Entwicklung rund um die Bank dennoch.

Erst vor wenigen Wochen begeisterte die Bank mit einer Aktion, bei der den Kunden zehn Euro auf das Girokonto überwiesen wurden. Nun also ging es in die andere Richtung und den Kunden wurde zu viel vom Konto abgezogen. Wer sich in der Banking-App oder dem Online-Banking einloggt, erhält den Hinweis, dass aktuell gegebenenfalls veraltete Buchungen im Konto angezeigt werden. Diese seien demnach von Anfang Oktober 2022 und wurden fehlerhaft noch einmal durchgeführt. Es könne also sein, dass einige Abbuchungen doppelt durchgeführt wurden. Die Bank entschuldigte sich hierfür bei ihren Kunden und erklärte, dass diese nichts weiter tun müssten. Das Zurückbuchen der Buchungen ist nicht notwendig, sei jedoch auch gar nicht möglich. Der Beliebtheit der Bank dürfte dieser kleine Zwischenfall wohl keinen großen Schaden zufügen. Die DKB betreut mittlerweile mehr als fünf Millionen Privat- und Geschäftskunden. Gemessen an der Kundenzahl ist sie demnach die zweitgrößte Direktbank des Landes, unmittelbar hinter der ING-DiBA.

Girokonto der DKB nur noch unter bestimmten Bedingungen gebührenfrei

Dennoch sammelte die Bank bei ihren Kunden zuletzt nicht nur Pluspunkte. Zwar wurden die Strafzinsen für hohe Einlagen der Bankkunden abgeschafft. Dafür wurden im September allerdings auch bestimmte Bedingungen für das gebührenfreie Girokonto ins Leben gerufen. War dieses bis dato vollkommen kostenlos zu haben, müssen die Kunden mittlerweile einen monatlichen Geldeingang von mindestens 700 Euro vorweisen können. Wer das nicht kann, muss monatlich Gebühren in Höhe von 4,50 Euro einplanen. Für Bestandskunden wurde die Regel ein wenig aufgeweicht. Hier werden die Gebühren in gleicher Höhe fällig, wenn diese drei Monate in Folge keinen entsprechenden Geldeingang vorweisen können.

Auch bei der DKB müssen die Kunden künftig zudem mit neuen Kosten für die Kreditkarte und EC-Karte rechnen. Ab dem 1. Januar 2023 wird die Girokarte mit rund einem Euro pro Monat berechnet. Die Kreditkarte des Unternehmens ist bereits jetzt mit Gebühren von 2,50 Euro pro Monat verbunden. Die neue Debitkarte des Unternehmens wird wiederum gebührenfrei angeboten. Allerdings gab es auch hier zuletzt Meldungen von Kunden, die mit ihrer Debitkarte nicht so zufrieden waren wie mit ihrer vorherigen DKB-Kreditkarte. Noch scheint der Wandel zu den Debitkarten also etwas stockend vorangehen.

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