• Montag, 16. März 2026

In Zeiten von Inflation und Zinserhöhung: Gibt es noch kostenlose Girokonten?

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Für die privaten Bankkunden hat sich die Gefühlslage auf den Finanzmärkten in den vergangenen Jahren nicht unbedingt zum Positiven entwickelt. Kostenfreie Girokonten wurden nach und nach abgeschafft, hinzukommen jetzt noch ganz andere Entwicklungen wie die Inflation und die Zinserhöhung. Die große Mission der Stunde lautet deshalb für viele Verbraucher: Sparen, sparen, sparen. Aber ist das auch beim Girokonto möglich? Oder ist der Zug der kostenfreien Konto-Modelle mittlerweile vollständig abgefahren?

Anzahl der kostenfreien Girokonten sinkt

Die Entwicklung lässt sich nicht von der Hand weisen. Die Anzahl der kostenfreien Girokonten ist in den vergangenen Jahren und Monaten stetig gesunken. Wer ein vollständig gebührenfreies Konto nutzen möchte, benötigt ein gutes Auge und nicht selten eine ganze Menge Ausdauer. Fakt ist, dass viele Anbieter ihre Konten mittlerweile an Bedingungen knüpfen, wenn die Kunden diese gebührenfrei nutzen wollen. So kann zum Beispiel ein monatlicher Mindesteingang gefordert werden, um die Gebühren zu umgehen.

So überraschend es klingt, aber von diesen Vorgaben sollten sich Verbraucher in diesen Zeiten nicht abschrecken lassen. Nicht selten ermöglichen es einige Banken tatsächlich ohne großen Aufwand, die Gebühren für das Girokonto einzusparen oder zumindest zu minimieren. Es lohnt sich also definitiv, einen genauen Blick auf die Bedingungen zu werfen. Allerdings gehört zur ganzen Wahrheit auch, dass selbst diese Einschränkungen immer mehr zur Seltenheit werden. In Zeiten steigender Kosten verabschieden sich auch Finanzinstitute immer häufiger vom letzten Entgegenkommen gegenüber den Kunden und erhöhen Gebühren oder führen diese ein.

Tipps: So lassen sich die Girokonten Gebühren umgehen

Die fetten Jahre für die Girokonten-Inhaber sind also erst einmal vorbei. Das bedeutet jedoch nicht, dass es unmöglich ist, ohne Grundgebühren ein Girokonto nutzen zu können. Im Folgenden haben wir unterschiedliche Tipps aufgeführt, die in vielen Fällen zu einem kostenfreien Girokonto verhelfen können.

Geldeingang gefordert? Oftmals ist dieser keine echte Hürde!

Viele Verbraucher sind auf der Suche nach einem kostenlosen Girokonto ganz ohne Bedingungen. Dabei müssen diese Bedingungen gar nicht so stark verteufelt werden, wie dies oftmals der Fall ist. Ein typisches Beispiel ist der monatliche Geldeingang, der von verschiedenen Banken gefordert wird. Wie hoch dieser ist, können die Bankkunden in den Konditionen des Angebots überprüfen. Meistens handelt es sich um Beträge zwischen 500, 700 oder 1.000 Euro.

Aber: Dieses Geld muss nicht zwingend aus einer beruflichen Tätigkeit stammen. Es ist also oft auch problemlos möglich, sich von einem anderen Konto monatlich diesen erforderlichen Betrag auf das Konto zu überweisen und so die Gebühren zu umgehen. Alle Bankkunden sollten also prüfen, ob diese Option möglicherweise in Frage kommt. Sollten sich dazu keine genaueren Informationen in den Konditionen entdecken lassen, ist eine Rückfrage beim Finanzinstitut ratsam.

Girocard weglassen: Kann sich lohnen

Was viele Bankkunden nicht wissen: Die Girocard ist für die Banken ein echter Kostenfaktor. Auch deshalb geht der Trend klar weg von der EC-Karte und hin zu den sogenannten Debit-Kreditkarten. Diese sind für die Banken kostengünstig zu führen und ersetzen deshalb bei immer mehr Unternehmen den altbekannten Klassiker. Bei den Debitkarten wird mit einer Guthaben-Abrechnung gezahlt. Ein klassischer Kredit wie bei einer traditionellen Kreditkarte wird hier nicht vergeben.

Insbesondere in Deutschland hinken die Debitkarten hinsichtlich der Akzeptanz noch ein wenig hinterher. Das gilt allerdings nur für die Bundesrepublik. Im internationalen Vergleich sind mittlerweile weitaus flexiblere Möglichkeiten vorhanden. Im Ausland sind die Debitkarten also besser geeignet als die EC-Karte. Auch in Deutschland werden sich die Geschäfte nach und nach immer stärker umorientieren. Der Verzicht auf die Girocard bedeutet also keinen Nachteil und kann zusätzlich auch noch beim Einsparen von Kosten helfen.

Nicht alle Karten müssen von der gleichen Bank kommen

Der Teufel steckt oftmals bekanntlich im Detail. Das gilt auch für die Konditionen der möglichen Karten und Kreditkarten. Letztere müssen nicht zwangsläufig bei der eigenen Hausbank angefordert werden. Es ist durchaus ratsam, sich auch mit anderen Angeboten und deren Konditionen zu beschäftigen. In diesem Fall wird sich nicht selten herausstellen, dass die Konkurrenz etwas bessere Konditionen zur Verfügung stellt. Auf diese Weise lässt sich bares Geld sparen.

Darüber hinaus können zum Teil besondere Konditionen genutzt werden, wenn die Karten im Zuge von Kundenbeziehungen genutzt werden. Einige Händler oder Zahlungsdienste bieten mittlerweile eigene Karten, die dann zum Beispiel laufend Rabatte für den Einkauf beim jeweiligen Händler versprechen.

Regionale Konditionen oftmals besser

Wer bei der Sparkasse als Kunde aktiv ist, kann das Angebot des Verbundes in ganz Deutschland in Anspruch nehmen. Es ist also letztendlich fast egal, ob das Angebot der Sparkasse aus Schleswig-Holstein oder das Angebot der Hamburger Sparkasse genutzt wird. Teilweise gibt es zwischen den regionalen Angeboten aber auch durchaus ein paar Unterschiede. So bieten einige Geldinstitute den regionalen Kunden etwas bessere Konditionen. Der Haken: Meist gelten diese Angebote nur für Kunden, die im Einzugsgebiet wohnen.

Ausnahmen bestätigen jedoch die Regel. Es kann sich lohnen, eine Anfrage an regionale Anbieter zu stellen und einfach nach einem Konto zu fragen. Auch wenn offiziell keine Kunden aus anderen Einzugsgebieten akzeptiert werden, ist dies in der Praxis nicht immer der Fall. Achten sollten Bankkunden dann aber natürlich darauf, ob möglicherweise auch passende Geldautomaten in der eigenen Region zu finden sind. Bei großen Filialketten oder Verbunden ist dies meist kein Problem, da diese einen gemeinsam Automatenpool nutzen.

Wertpapierdepot und Sparpläne als Joker

Auch ohne einen Mindestgeldeingang ist es teilweise möglich, die Gebühren für ein Girokonto zu umkurven. Zum Beispiel dann, wenn die Bankkunden ein Wertpapierdepot oder Sparpläne mitbringen. Diese können sich als echter Joker entpuppen und dafür sorgen, dass deutlich bessere Konditionen für das Girokonto angeboten werden. Besonders gut stehen die Chancen auf einen solchen „Deal“ bei Banken mit einem eigenen Brokerage-Geschäft. Diese hoffen natürlich darauf, dem Kunden weitere Investments vermitteln zu können.

BaFin befragt Bankkunden zu Negativzinsen

Rund um die Gebühren und Kosten der Bankkunden scheint sich aktuell auch die BaFin ihre Gedanken zu machen. Die Finanzaufsicht ist aktuell mit einer Umfrage beschäftigt und setzt dafür auf die Mithilfe der Bankkunden. Konkret möchte die BaFin herausfinden, wie stark die Sparer von den Negativzinsen betroffen waren und möglicherweise noch immer betroffen sind. Explizit geht es also auch darum, herauszufinden, ob Bankkunden trotz der Zinswende weiterhin Verwahrentgelte bezahlen müssen.

Um dies herauszufinden, fragt die BaFin unter anderem danach, ob die jeweilige Hausbank der Teilnehmer in den vergangenen zwei Jahren Negativzinsen berechnet hat oder dies aktuell noch tut. Darüber hinaus möchte die Behörde wissen, ob die Menschen aufgrund des veränderten Zinsumfeldes auch ihr Anlageverhalten verändert haben und zum Beispiel bereit sind, mehr Risiko bei der Geldanlage einzugehen.

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