• Montag, 16. März 2026

Alles auf einen Blick: Das sind Multibanking-Apps

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Geht es um die eigenen Finanzen, sollten Verbraucher besser immer einen klaren Blick bewahren. Heutzutage ist das jedoch nicht immer leicht. Nicht selten verwalten die Bankkunden mehrere Konten – und das auch noch bei unterschiedlichen Banken. So wird das klassische Girokonto bei der Hausbank geführt, das Tagesgeld bei einem anderen Institut und wieder woanders möglicherweise noch ein Geschäftskonto für die Selbstständigen. Multibanking-Apps versprechen, dass Bankkunden auch bei einem gestückelten Konto-Netzwerk immer den Überblick über das eigene Geld behalten.

Multibanking-Apps: Erleichtern die Übersicht und sind stark im Kommen

Der Umgang der Sparer mit ihrem Geld und den Finanzen hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend geändert. Gerade die älteren Generationen führten oftmals nur ein Konto für die Geldverwaltung. Nur in Ausnahmefällen wurde ein zweites Konto für Sparmaßnahmen eingerichtet. Dann allerdings meist auch bei der gleichen Bank wie das Girokonto. Heute gehen die Bankkunden mit ihren Konten deutlich vielseitiger um. Nicht wenige Menschen nutzen getrennte Konten für das Tagesgeld, Festgeld und Girokonto. Wer selbstständig arbeitet, nutzt zusätzlich noch ein Firmenkonto, unter Umständen kommt sogar noch ein Depot dazu.

Schnell kann der Überblick schwer fallen, wenn die Zahl der eigenen Konten stetig steigt. Abhilfe schaffen sollen in diesem Fall die sogenannten Multibanking-Apps. Die Apps führen die Bankverbindungen der Verbraucher in einem Programm zusammen. Nach dem Öffnen der App können Verbraucher also einfach checken, wie die Kontostände bei den unterschiedlichen Geldhäusern ausfallen. Das spart nicht nur Zeit, sondern vereinfacht gleichzeitig auch spürbar die Kontrolle über die eigenen Finanzen. Kein Wunder also, dass die Verbraucherzentrale jüngst erst von einem steigenden Anstieg in den Nutzerzahlen der Multibanking-Apps berichteten.

Zahlungs-Richtlinie aus 2019 macht Arbeit der Apps möglich

Dass sich der Geschäftsbereich der Multibanking-Apps überhaupt geöffnet hat, verdanken die Unternehmen der Anpassung der Zahlungsdienste-Richtlinien auf europäischer Ebene im Jahre 2019. Seit dem müssen die Banken gewisse Schnittstellen bereitstellen, über die Dienste wie die Multibanking-Apps überhaupt erst möglich gemacht werden. Obwohl die Nachfrage insbesondere in den vergangenen Monaten gestiegen ist, fristen die Apps bisher noch eher ein Nischen-Dasein. Und das, obwohl zahlreiche Experten 2019 davon ausgegangen waren, dass diese einen starken Einfluss auf die Branche haben könnten.

Steigt der Bedarf künftig an?

Was noch nicht ist, kann jedoch noch werden. Der zunehmende Bedarf an den Apps zeigt, dass diese zwar etwa später als geplant, aber dennoch nachgefragt werden. Der Markt hat sich dabei mittlerweile sondiert. Die größten Unternehmen und attraktivsten Angebote konnten sich durchsetzen, viele Konkurrenten sind bereits wieder von der Bildfläche verschwunden. Dass die große Zeit der Multibanking-Apps noch kommt, halten allerdings weiterhin viele Experten für möglich. Die steigenden Zinsen könnten dabei behilflich sein. Locken wieder mehr attraktivere Tagesgeldangebote oder ähnliche Anlagen, dürfte dies zu einer vermehrten Nutzung der Verbraucher führen. Und damit auch zu einer erhöhten Nachfrage nach den Multibanking-Apps.

Kontogebühren: Der Wechsel lohnt sich

Interessant sein dürften die Mulitbanking-Apps auch für diejenigen, die ihre Kontoverbindungen aufgrund steigender Gebühren häufig wechseln. Ein solcher Wechsel kann sich richtig lohnen. Zwischen den Instituten in Deutschland gibt es mittlerweile große Unterschiede in der Preiskalkulation. So fand eine Studie von „Biallo“ heraus, dass Bankkunden in Deutschland im Schnitt rund 90 Euro pro Jahr für ein Online-Konto mit fünf Überweisungen pro Monat, einer Standard-Überweisung und einer Girocard rund 90 bezahlen müssten. Allerdings liegen zahlreiche Geldhäuser deutlich über diesem Schnitt. Viele regionale Banken würden zwischen 149 und 167 Euro für den gleichen Umfang verlangen. Fast doppelt so viel wie der Durchschnitt.

Im Rahmen der Studie wurden mehr als 1.200 regionale Banken und Sparkassen ausgewertet. Für das günstigste Online-Konto der Unternehmen konnte demnach ein monatlicher Durchschnittspreis von 4,58 Euro ermittelt werden. Wer eine Überweisung durchführt, muss im Schnitt mit 0,16 Euro pro Auftrag rechnen. Bei einer normalen Kreditkarte liegen die Kosten im Schnitt pro Jahr bei 21,62 Euro, die Kosten für eine Girocard im Schnitt bei 3,89 Euro. Werden monatlich fünf Überweisungen als Maßstab genommen, ergeben sich so in Summe Kosten von durchschnittlich 87,79 Euro. Wichtig zu beachten: Viele weitere mögliche Gebühren wurden hier nicht einkalkuliert. So etwa mögliche Gebühren für Bargeldverfügungen im Ausland oder die Nutzung einer Kontoüberziehung.

Große Preisunterschiede erkennbar

Obwohl im Rahmen der Studie immer identische Aufträge untersucht wurden, sind die Kostenabweichungen vom Durchschnitt beachtlich. Besonders hart trifft es demnach die Kunden im hohen Norden. In den Bundesländern Hamburg, Bremen und Schleswig-Holstein ist das Konto für die Verbraucher am teuersten. Fast nur halb so viel kostet der gleiche Service hingegen in den östlichen Bundesländern in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Ebenfalls interessant: Laut der Auswertung sind es vor allem die Sparkassen, die bei den Gebühren kräftig zuschlagen. In 13 von 16 Bundesländern riefen diese die höchsten Gebühren für ihre Kunden auf.

Der Jahrespreis für die genannten Services in Schleswig-Holstein rangiert bei den Sparkassen bei rund 119,22 Euro. In Hamburg werden für die gleichen Dienste von den Sparkassen sogar 152,10 Euro erhoben. Die VR-Banken schneiden im Vergleich dazu etwas günstiger ab. Hier sind es in Schleswig-Holstein „nur“ 101,07 Euro, in Hamburg 120,40 Euro. Tief in die Tasche greifen müssen aber laut der Studie auch die Menschen in der Hauptstadt. In Berlin erheben die Sparkassen für die genannten Leistungen Gebühren von 110,40 Euro, die VR-Banken verlangen 102,00 Euro. Dass es auch anders geht, zeigen unter anderem das Saarland und Brandenburg. In Brandenburg werden für die Dienste 74,37 Euro bei den Sparkassen und 74,31 Euro bei den VR-Banken fällig. Im Saarland sind es 79,15 Euro bei den Sparkassen und 74,44 Euro bei den VR-Banken.

Regionale Geldhäuser oft besonders teuer

Viele Bankkunden schätzen bei der Hausbank einen regionalen Anbieter. Vor allem deshalb, weil dieser immer in greifbarer Nähe scheint. Dieses vermeintliche Extra an Service lassen sich die regionalen Geldhäuser aber auch fürstlich bezahlen. Der Studie zufolge verlangen die teuersten 15 regionalen Institute Gebühren zwischen 149 und 167 Euro pro Jahr. Spitzenreiter ist demnach die Sparkasse Mühlheim mit 166,80 Euro, auf Platz 15 rangiert die Volksbank Dessau-Anhalt mit 149 Euro.

Es geht jedoch auch anders. Bei den günstigsten 15 regionalen Banken konnten Preis von null bis 32 Euro ausgemacht werden. So bieten die Genossenschaftsbank München und die PSD Bank Nürnberg jeweils kostenlose Girokonten an. 20 Euro jährlich sind es hingegen bei der Sparda-Bank Hessen und der Volksbank Brandoberndorf in Hessen. Die teuerste Lösung der 15 günstigsten regionalen Banken findet sich ebenfalls in Hessen. Hier sind es 32 Euro bei der Volksbank Mittelhessen.

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