Die Geldanlage hat sich in den vergangenen Jahren zu einem recht unattraktiven Thema entwickelt. Zahlreiche alteingesessene Anlageoptionen bringen keine Erträge mehr ein, vermögende Bankkunden müssen also umdenken. Und das sogar schnell. Immer mehr Banken sind schließlich gerade dabei, die Minuszinsen für gelagertes Geld auf Konten deutlich zu erhöhen. Die Folge: Der eigene Vermögensbestand schwindet. Die gute Nachricht: Bankkunden können die Anlage einfach selbst in die Hand nehmen und so Abhilfe schaffen. Das funktioniert zum Beispiel mit einem Wertpapierdepot und den Wertpapieranlagen. Und die Eröffnung eines solchen Depots ist heutzutage im Handumdrehen möglich.
Minuszinsen vermiesen Sparern die Laune
Sind die fetten Jahre für Sparer vorbei? Zumindest auf den ersten Blick schon. Nur allzu gerne erinnern sich viele Sparer zurück an die Zeiten, als mit einem Sparbuch noch eine solide Vorsorge für die eigene Zukunft, die Kinder oder die Enkel eingerichtet werden konnte. Doch die Zeiten dieser Anlagen sind scheinbar endgültig vorbei. In den vergangenen Jahren können sich Sparer bei Tagesgeldern oder auch Sparkonten kaum mehr über attraktive Renditen freuen. Die Anlage stagniert – im besten Fall. Im schlechtesten Fall kassiert die Bank Strafzinsen ein und schmälert so Stück für Stück das eigene Vermögen. Rund vier Jahre sind vergangen, seit die ersten Banken Strafzinsen auf die Einlagen vermögender Kunden einführten. Wer dachte, es würde sich hierbei lediglich um ein paar wenige Ausreißer handeln, hat sich geirrt. Mittlerweile hat sich die Anzahl dieser Banken deutlich erhöht. In den meisten Fällen müssen die Kunden einen Strafzins in der Höhe einkalkulieren, die auch die Europäische Zentralbank den Banken für das Aufbewahren der Kundengelder in Rechnung stellt.
Für die Banken ist es daher aktuell erstrebenswert, Kunden mit enorm großen Vermögensbeständen lieber nicht zu betreuen – zumindest nicht umsonst. Aus diesem Grund wurden die Strafzinsen bzw. Eine Extragebühr für die vermögenden Sparer eingeführt. Wie der Gesetzgeber vorschreibt, müssen sich die Banken mit bestehenden Kunden auf die Erhebung von Strafzinsen einigen. Alternativ dürfen die Geldhäuser die Negativzinsen nur den Neukunden in Rechnung stellen. Und genau das wird reihenweise getan.
Gebührenfreie Freibeträge sinken
Gerade in den ersten Jahren nach der Einführung der Minuszinsen konnten viele Sparer noch durchatmen. Die Freibeträge lagen und liegen oftmals bei 100.000 Euro. Erst ab Einlagen über dieser Summe werden die Minuszinsen einkassiert. Aber: Zahlreiche Unternehmen haben diese Freibeträge in den vergangenen Monaten spürbar nach unten korrigiert. Nicht wenige Tagesgeld- und Girokonten stellen ihren Kunden nun schon ab 10.000 Euro Einlagen die Minuszinsen in Rechnung. Wieder andere bezeichnen die Minuszinsen einfach als „Verwahrentgelt“ und erheben die Kosten damit bereits ab dem ersten Euro auf dem Konto.
Für die Banken ergibt sich durch diese Gebühren auf den ersten Blick eine Erleichterung. Beim genaueren Hinsehen handelt es sich aber um das berüchtigte „dünne Eis“, auf dem sich die Unternehmen derzeit befinden. Die vermögenden Kunden sind genau die Kunden, die den Banken mit Immobiliengeschäften oder Anlagen zu großen Margen verhelfen können. Also deutlich höheren Einnahmen, als durch die Strafzinsen zu erzielen sind. Aktuell befinden sich die Banken jedoch auf einem Weg, der die vermögenden Sparer wohl eher von ihnen wegtreiben dürfte. Und das wohlmöglich direkt in die Hände einer Bank, die sich bei den Sparzinsen derzeit noch zurückhält. Wer darauf nicht setzen möchte oder sich schlichtweg selbst nicht als vermögenden Sparer ansieht, kann sein Kapital aber auch „auf eigene Faust“ anlegen. Zum Beispiel mit einem Wertpapierdepot.
Anlagen im Wertpapierdepot „arbeiten“ lassen
Während heutzutage in Deutschland nahezu jeder Erwachsene ein Girokonto besitzt, sind die Wertpapierdepots noch nicht so weit verbreitet. Genau diese sind aber notwendig, wenn Sparer den Vermögensaufbau mit dem Wertpapierhandel selbst in die Hand nehmen wollen. Das Gute: Die Eröffnung eines Wertpapierdepots ist heutzutage mit keinem spürbaren Aufwand verbunden. Umso erstaunlicher ist es, dass der Wertpapierhandel in Deutschland erst langsam auch die privaten und kleineren Anleger anzusprechen scheint. Grundsätzlich sind zwischen einem Depot und dem eigenen Girokonto aber auch Gemeinsamkeiten erkennbar. Im Girokonto können Bankkunden prüfen, wodurch Gelder eingenommen wurden und wofür diese ausgegeben wurden. Mit einem Depot wird diese Übersicht ebenfalls gewährt – aber über die Investments. Zusätzlich können Sparer mit einem Depot bequem Wertpapiere einkaufen oder verkaufen.
Wer sich nicht allein auf die Aktien verlassen möchte, kann bei der Depotwahl auch auf die Verfügbarkeit anderer Anlageklassen achten. Angeboten werden auch Depots, mit denen Sparer bequem Aktien, ETFs oder Fonds handeln können. Für die Eröffnung des Wertpapierdepots haben die Kunden dabei drei unterschiedliche Optionen. Die teuerste Möglichkeit ist in der Regel das Depot bei einer Filialbank. Dafür können sich die Kunden hier auf eine persönliche Beratung verlassen. Deutlich günstiger wird es, wenn sich die Kunden auf eine Direktbank oder einen Online-Broker im Internet einlassen. Hier liegen die Gebühren für das Depot und den Handel geringer. Dafür entfällt der persönliche Kontakt bzw. wird durch Hotlines, Live-Chats oder einen E-Mail-Kontakt ersetzt.
Einfache Eröffnung eines Online Depots möglich
Entscheiden sich die Anleger für ein Online Depot, ist die Eröffnung mit keinem großen Aufwand verbunden. Wählen können die Sparer aus den verschiedenen Angeboten ihren Favoriten. Anschließend wird auf der Webseite des Brokers oder der Bank ein Depot-Antrag ausgefüllt. Eingetragen werden hier unter anderem die Adresse und der Name. Ebenso fragen die Unternehmen nach möglichen Erfahrungen im Wertpapierhandel und der Risikobereitschaft der Anleger. Hierbei handelt es sich durchaus um wichtige Fragen. Einige Broker und Banken sperren Handelsfunktionen für unerfahrene Anleger, wenn diese ein zu großes Risiko bieten. Neben dem eigentlichen Depot benötigen Anleger zudem ein sogenanntes Verrechnungskonto. Eröffnet werden kann dies direkt bei der jeweiligen Bank oder dem Broker, bei dem auch das Depot geführt wird.
Im weiteren Verlauf überprüfen die Banken und Broker die Identität der Neukunden. Hierbei handelt es sich um eine gesetzliche Vorgabe, da alle Banken und Unternehmen ihre Kunden „kennen“ müssen. Durchgeführt wird die Identitätsprüfung auf verschiedenen Wegen. Möglich ist zum Beispiel das Post-Ident-Verfahren, bei dem die Identität von einem Mitarbeiter einer Postfiliale bestätigt wird. Alternativ ist das Video-Ident-Verfahren möglich. Hier müssen sich die Neukunden per Webcam und mit ihrem Personalausweis identifizieren. Innerhalb von wenigen Stunden oder Tagen verschicken Broker oder Bank anschließend die Depot-Unterlagen an die Neukunden. Per E-Mail geht dies natürlich deutlich schneller als per Post.
Kosten und Auswahl prüfen – und loslegen
Seriöse Banken wie etwa die comdirect, gehen im Zusammenhang mit ihren Gebühren und Konditionen enorm transparent um. Das sollten sich Kunden bei der Auswahl ihres Partners zu Nutze machen und möglichst den Broker ansteuern, der geringe Gebühren verlangt. Unterschieden wird dabei zwischen verschiedenen Gebührenarten, wie den Ordergebühren für einzelne Ausführungen oder den Depotgebühren für die Verwaltung des Depots. Je höher die Gebühren, desto stärker wird die Rendite geschmälert. Je geringer die Gebühren, desto besser ist das jeweilige Depot zu bewerten. Ebenfalls prüfen sollten Anleger zudem die Auswahl im Portfolio. Nicht bei allen Brokern und Banken genießen diese eine gleichermaßen große Vielfalt beim Aktien-, ETF- oder Fonds-Handel. Speziell dann, wenn nicht nur in große Unternehmen oder bekannte ETFs investiert werden soll, müssen Anleger die Verfügbarkeit genauestens unter die Lupe nehmen. Anschließend kann es dann allerdings auch schon loslegen mit dem Handel – und damit hoffentlich auch mit der von Minuszinsen unabhängigen finanziellen Zukunft.