• Montag, 23. Juli 2018

Banking: Onlinebanken freuen sich über Zuwachs

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Die Technik und der Fortschritt erhalten in immer mehr Bereichen des täglichen Lebens Einzug. Das Banking ist hierbei keine Ausnahme, sondern gilt aufgrund zahlreicher unterschiedlicher Angebote als eine der innovativsten Branchen überhaupt. In den letzten Jahren ist dabei ein klarer Trend zum Online-Banking zu erkennen, was durch eine Umfrage des Digitalverbandes „Bitkom“ bestätigt werden kann. Der hat nämlich jüngst analysiert, dass rund 13 Millionen Menschen in Deutschland ausschließlich auf die Onlinebanken zurückgreifen.

Seit 2014 steigt der Online-Zugriff jährlich

Mit der Digital-Banking-Studie untersucht der Digitalverband „Bitkom“ jedes Jahr die Veränderungen im Bereich des Bankings. 2014 kam heraus, dass nur zwei Drittel aller Internetnutzer in Deutschland regelmäßig auf das Online-Banking zugreifen. Mittlerweile hat sich diese Lage jedoch deutlich verändert. Wie die Studie herausfand, greifen mittlerweile rund 13 Millionen Bürger ausschließlich auf das Online-Angebot ihrer Bank zurück. Immerhin zwei Drittel aller Bürger überwacht die Finanzen von zuhause aus, stattet der Filiale aber hier und da noch einen Besuch ab. Der Zuwachs in diesem Bereich ist enorm und wurde durch Veränderungen in den Gesetzen jüngst noch vorangetrieben. Wie die Bitkom-Studie weiter analysierte, nutzen lediglich noch 24 Prozent aller Bürger ausschließlich die Filialbank. Die restlichen 76 Prozent regeln ihre Geschäfte zumindest in Teilen online. Die Aussicht in den kommenden Jahren sieht für das Online-Banking ebenfalls rosig aus: Acht Prozent der Studienteilnehmer gaben an, sich durchaus vorstellen zu können, künftig auf das Online-Banking zurückzugreifen.

Menschen sind bereit für den Umzug

Was den einen Sektor freut, ist für die Branche der Filialbanken allerdings enorm kritisch zu betrachten. Jüngst erklärte der Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken, Hans-Walter Peters, dass immer mehr Kunden ausschließlich auf das Online-Banking zurückgreifen und keine Filialen mehr besuchen würden. Laut der Einschätzung von Peters ist es durchaus denkbar, dass in den kommenden Jahren 20 oder 25 Prozent aller Kunden wegfallen werden. In der Tat wird diese böse Vorahnung so auch in der Studie von „Bitkom“ thematisiert. Hier gab zum Beispiel jeder zwölfte Befragte an, mit seinem Konto innerhalb des nächsten Jahres zu einer Onlinebank zu wechseln. Gleichzeitig besitzt jeder zehnte Befragte bereits ein Girokonto bei einem derartigen Dienstleister.

Die Gründe für die Abwanderung der Kontoinhaber sind vielfältig. Gerade die Kontoführungsgebühren einiger großer Unternehmen haben viele Menschen zum Umdenken gebracht und dafür gesorgt, dass die Onlinebanken einen größeren Zuwachs genießen. Die wiederum haben deutlich geringere Kosten zu stemmen, schließlich muss kein Netz aus Filialen betrieben werden. Die finanziellen Vorteile hieraus geben die Onlinebanken an ihre Kunden weiter, so dass zum Beispiel Girokonten ohne Kontoführungsgebühr angeboten werden. Es versteht sich von selbst, dass dadurch viele Menschen für einen Wechsel begeistert werden konnten. Gleichzeitig haben die Filialbanken in vielen Bereichen aber auch selbst eine gewisse Schuld an der Abwanderung. Viele Menschen fühlen sich in den Filialen einfach nicht gut beraten oder sind mit deren Öffnungszeiten unzufrieden. Gerade in ländlichen Regionen hat es in den letzten Jahren ein echtes Bankensterben gegeben. Zumindest, was die Anzahl und Öffnungszeiten der Filialen betrifft. Auch das ist ein Resultat der großen Online-Zuwächse – ein Teufelskreis für die Filialbanken, der nur schwer wieder durchbrochen werden kann.

Banking für die Hosentasche: Fast nichts geht mehr ohne Smartphone und Tablet

Es liegt auf der Hand, dass gemeinsam mit dem Aufschwung der Onlinebanken auch die mobilen Apps für das Banking einen deutlichen Zuwachs in der Beliebtheit feiern können. Laut der Studie nutzen heutzutage rund 44 Prozent aller Menschen ihr Smartphone oder Tablet für die Abwicklung des Online-Bankings. Auch hier überrascht ein Blick in die Zukunft, denn vor drei Jahren lag der Anteil bei „nur“ rund 30 Prozent. Gründe hierfür sieht die Branche vor allem darin, dass die jungen Menschen immer früher mit moderner Technik in Berührung kommen. Die jungen Menschen nutzen zudem fast ausschließlich das Smartphone, was wiederum auch zu einem Rückgang des Online-Bankings am heimischen Computer geführt hat. Vor drei Jahren wickelten rund zwei Drittel aller Onlinebanking-Kunden ihre Geschäfte am Desktop-PC ab. Heute ist es weniger als die Hälfte aller Onlinebanking-Kunden.

Durchaus kurios sind die Ergebnisse der Studie mit Blick auf Sprachsysteme wie Alexa oder Google Home. So gab jeder dritte Befragte an, dass er sich vorstellen könne, sein Banking per Sprachbefehl abzuwickeln. Und das, obwohl die Systeme der beiden Internetriesen aufgrund des Datenschutzes bereits mehrfach heftig in der Kritik standen. Die jüngeren Online-Banking-Kunden scheinen sich hieran allerdings nicht sonderlich zu stören, sondern ein enormes Vertrauen in die Unternehmen zu haben.

PSD2-Richtlinie: Weg frei für die großen Tech-Konzerne

Von der Politik haben die angesprochenen Tech-Konzerne jüngst auch gerade wieder eine echte Vorlage erhalten, um den Filialbanken das Leben zusätzlich schwer zu machen. Das Stichwort ist hierbei die PSD2-Richtlinie, denn diese raubt den Banken im Prinzip ein wichtiges Stück ihrer Arbeit: Den alleinigen Zugriff auf die Kontodaten ihrer Kunden. Diese dürfen laut der neuen PSD2-Richtlinie nämlich auch von Start-Ups und anderen Unternehmen eingesehen werden. Der große Vorteil des geheimen Blicks auf die Kontodaten ist für die Banken dahin. Kaum vorstellbar also, dass nicht das eine oder andere Fin-Tech-Unternehmen hier in Zukunft ebenfalls noch ein Stück vom Kuchen abbekommt. Immerhin haben sich innerhalb kürzester Zeit interessante Unternehmen geformt, mit denen zum Beispiel der Wechsel beim Tagesgeld oder Festgeld einfach gemacht wird. Einige Unternehmen wiederum sparen automatisch für ihre Nutzer, indem sie monatlich einen kleinen Betrag zur Seite legen.

Immerhin: Die neue Richtlinie bringt Verbrauchern bei Direktbanken den Vorteil, dass sie bei einem fahrlässigen Umgang mit der Bank- oder Kreditkarte nicht mehr mit einem Betrag von 150 Euro haften müssen. Stattdessen sinkt diese Haftungssumme nun auf einen Betrag von 50 Euro. Ausnahmen bilden hierbei lediglich Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit.

Bankkunden sind bereit zur Weitergabe von Kontodaten

Den Verbrauchern scheint die neue PSD2-Richtlinie in mehrfacher Hinsicht gelegen zu kommen. Wie die Bitkom-Studie herausfand, wünschen sich sogar zwölf Prozent der Befragten, dass die Unternehmen ihre Bewegungen analysieren und dann zum Beispiel mögliches Sparpotenzial oder attraktivere Konditionen anbieten. Anders gesagt: Die neue Richtlinie und die Bereitschaft der Weitergaben von Nutzerdaten gehen Hand in Hand. Und sorgen dafür, dass der Druck auf die Filialbanken weiter erhöht wird.

Die besten Angebote im Internet entdecken: Leichter gesagt, als getan

Wer von einer Filialbank zu einer Onlinebank wechseln möchte, hat die Qual der Wahl. Das Angebot an Onlinebanken ist beeindruckend groß und selbstverständlich wirbt jeder Anbieter damit, seinen Kunden die besten Konditionen und Angebote zur Verfügung zu stellen. Dass dies nicht immer der Wahrheit entspricht, liegt auf der Hand. Bevor daher auf das Angebot einer Onlinebank zugegriffen wird, sollten erst einmal die genauen Hintergründe unter die Lupe genommen werden. Hierzu zählt natürlich vor allem der Blick auf die Konditionen, schließlich möchte jeder Kunde einen möglichst günstigen Service erhalten. Zu beachten ist dabei vor allem das „Kleingedruckte“, denn einige Konten sind zum Beispiel nur ab einem bestimmten monatlichen Geldeingang gebührenfrei. Darüber hinaus sollten Bankkunden prüfen, welche Funktionen beim Girokonto oder dem Anbieter insgesamt genutzt werden können. Hier gibt es teilweise deutliche Unterschiede, da zu einigen Girokonten beispielsweise direkt eine Kreditkarte vergeben wird.

Zusätzlich sollte sich jeder Nutzer ein Bild davon machen, wie seriös und kundenfreundlich der Anbieter arbeitet. Stehen die Mitarbeiter auf verschiedenen Wegen für die Beratung zur Verfügung, ist das natürlich besser zu bewerten, als wenn der Kontakt ausschließlich per E-Mail-Adresse möglich wäre. Beim Überprüfen der Seriosität sollte hingegen auf mögliche Lizenzen des Anbieters oder die Marktzugehörigkeit geachtet werden. Eine lange Historie spricht meist für ein sicheres Unternehmen, allerdings sind viele Anbieter in der jungen FIN-Tech-Branche natürlich ebenfalls noch nicht sonderlich alt. Das wiederum bedeutet dann nicht, dass es sich hierbei automatisch um einen unseriösen Anbieter handelt.

Nicht von Bonusangeboten locken lassen

Gerade weil die Konkurrenz online so enorm groß ist, greifen viele Anbieter regelmäßig in die Trickkiste. Nicht selten lassen sich zum Beispiel bestimmte Bonusangebote im Internet entdecken, mit denen die Unternehmen zusätzlich auf sich aufmerksam machen wollen. In einigen Fällen handelt es sich hierbei um interessante Angebote, die durchaus einen Vorteil mit sich bringen. Das ist jedoch nicht immer der Fall. Nutzer sollten also auf keinen Fall den Fehler machen und einen Anbieter einzig und allein aufgrund eines möglichen Bonusangebots auswählen. Stattdessen sollten zunächst die Konditionen des Angebots und die Rahmenbedingungen beim Anbieter geprüft werden. Nur wenn in beiden Bereichen eine gute Leistung gezeigt wird, ist dieses Angebot wirklich zu empfehlen.

Filialbanken immer stärker in Bedrängnis

Die Studie von „Bitkom“ belegt ziemlich deutlich, was in den letzten Jahren schon problemlos erkennbar war. Die Filialbanken geraten immer stärker in Bedrängnis, da die Onlinebanken deutlich attraktivere Angebote und Konditionen zur Verfügung stellen. Aber auch im Service haben die Internet-Angebote mittlerweile deutlich aufgeholt. In den kommenden Jahren dürfte der Trend zu den Onlinebanken also keinesfalls abreißen, sondern beim bisherigen Verlauf noch einmal deutlich zulegen. Gerade die jüngeren Menschen sorgen dafür, dass Fintechs und Co. in den nächsten Jahren noch einige gute Ideen auf den Markt bringen können.

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