• Montag, 16. März 2026

Bausparkassen weiter unter Druck

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Bausparkassen weiterhin unter DruckDie Bausparkassen haben einst gut gelebt von ihren Verträgen. Vor mehreren Jahren erlebte das Bausparen in Deutschland zugleich einen neuen Boom. Plötzlich war es In, Bausparer zu sein. Davon ist inzwischen nicht mehr viel übrig. Die Zeiten haben sich geändert, das Niedrigzinsniveau hat auf die Geschäfte gedrückt. Bausparen ist nicht mehr attraktiv, heute gehen künftige Immobilienkäufer lieber in Richtung Vollfinanzierung als in Richtung Bausparvertrag.

Die Bausparbranche ist in den vergangenen Jahren immer mehr unter Druck geraten. Der Leitzins, der Orientierungspunkt für die Sparzinsen, liegt bei um die 0 Prozent. Die Zeiten hoher Zinsen bei Bausparverträgen sind damit vorbei. Längst haben die Bausparkassen die Bausparzinsen nach unten angepasst. Von den hohen Zinsen von einst ist nichts mehr spürbar. Im Gegenzug dazu sind zwar auch die Kreditzinsen gesunken, aber Bauspardarlehen sind nach wie vor oft teurer als die klassische Baufinanzierung. Gerade Bausparer, die schnell bauen oder kaufen wollen, bekommen dies zu spüren. Wer schnelles Geld aus seinem Bausparvertrag in Form eines Darlehens möchte, zahlt oft hohe Zinsen.

Schwere Zeiten für Bausparkassen

Die Bausparbranche, deren Werbung früher immer so leicht klang, tut sich schwer mit den niedrigen Zinsen. Verbraucher in Bausparverträge zu locken, ist ungleich schwerer geworden. Heutzutage fehlen die Vorteile, die ein solcher Bausparvertrag früher hatte: hohe Zinsen in der Ansparphase, niedrige Zinsen für das Bauspardarlehen.

Diese Zeiten sind längst vorbei. Wer heute einen Bausparvertrag abschließt, muss mit niedrigen Zinsen rechnen. Die Sparzinsen können zwar durch den Bonus mittelbar erhöht werden, aber unter dem Strich bleibt immer noch weit weniger übrig als früher.

Dafür sind die Zinsen für die Bauspardarlehen oft höher, als es die Topzinsen für normale Baufinanziererungen sind. Wer hier gut rechnet, der merkt schnell, dass sich das Bausparen nicht mehr lohnt. Dass die Bausparbranche durch die Niedrigzinsphase weiter unter Druck steht und stehen wird, liegt auf der Hand.

Sparzinsen im Keller

Nicht nur die Zinsen für das Bausparen sind niedrig, auch die Zinsen für andere Spareinlagen befinden sich auf einem sehr niedrigen Niveau. Der Leitzins, der durch die Europäische Zentralbank festgelegt wird, befindet sich auf 0,00 Prozent. Da sich die Sparzinsen an diesem Zinssatz orientieren, gibt es in vielen Fällen nur noch Minizinsen und zum Teil gar keine Zinsen mehr. Im schlimmsten Fall und dies ist allem bei Vermögenden und Geschäftsleuten der Fall, müssen sogar Strafzinsen für die Spareinlagen bezahlt werden.

Sparen hat dadurch seine Attraktivität verloren. Wer sich jetzt überlegt, in ein paar Jahren ein Haus zu kaufen oder zu bauen, der muss gut darüber nachdenken, ob der Abschluss eines Bausparvertrags wirklich sinnvoll ist. Sparzinsen von unter 1,00 Prozent p.a. sind nichts Ungewöhnliches mehr in Neuverträgen. Die Bausparbranche hat dadurch einen ihrer großen Vorteile für ihre Verträge verloren: die hohen Zinsen in der Ansparphase. Dazu kommen die Zinsen für Bauspardarlehen, die zwar gesunken sind, aber mit der klassischen Baufinanzierung oft nicht mithalten können.

Zinsen sinken weiter

In den letzten Jahren sind die Sparzinsen fast ausnahmslos gesunken. In den letzten Tagen haben erneut mehrere Banken Zinssenkungen beim Festgeld bekanntgegeben. Die Geldinstitute haben nochmals den Rotstift bei den Zinsen angesetzt. Ein Ende der Zinsspirale nach unten ist nicht in Sicht. Inzwischen sind auch wieder Festgeldkonten mit mittleren Laufzeiten von den Zinssenkungen betroffen. Dies zeugt davon, dass die Banken nicht davon ausgehen, dass die wirkliche Zinswende in den nächsten zwei oder drei Jahren kommen wird.

Das Sparen lohnt sich dadurch kaum mehr, weder in normalen Sparverträgen, als Festgeld oder in einem Bausparvertrag. Da in den vergangenen Jahren auch immer mehr der Trend zur Vollfinanzierung kam, statt eine Baufinanzierung mit Eigenkapital aufzunehmen, wurde die Lage noch schwieriger. Für die Verbraucher, die eine Immobilienfinanzierung aufnehmen möchten, ist das Sparen auf der einen Seite langwierig und streckt sich über Jahre hin. Auf der anderen Seite bringt es aber in Sachen Zinsen nicht den Ertrag, der wünschenswert wäre.

Bei einer Inflationsrate von gegenwärtig 1,5 Prozent und Zinsen, die weit darunter liegen, bleibt unter dem Strich für die Sparer nur noch ein Minus übrig. Ein Grund mehr, sich vom Bausparvertrag abzuwenden und vielleicht doch lieber eine komplette Finanzierung aufzunehmen, statt mühsam Eigenkapital anzusparen.

Kein Ende der Niedrigzinsen in Sicht

Die Zeit der niedrigen Zinsen scheint lange noch nicht vorbei zu sein. Die Zinswende ist nicht in Sicht. Während die US-Notenbank Federal Reserve den Leitzins für die USA jüngst erneut erhöht hat, bleibt die EZB ihrer Politik des billigen Geldes weiter treu. Für die Sparer sind dies keine guten Nachrichten. Sie können ihre Ersparnisse auch auf mittlere Sicht zu sehr niedrigen bis gar keinen Zinsen zur Bank bringen und ihrem Geld dank der negativen Realverzinsung beim Schmelzen zusehen.

Die Eurozone befindet sich dank der Europäischen Zentralbank immer noch in der Lage des billigen Geldes. Während Kreditnehmer mit günstigen Ratenkrediten und Autokrediten davon profitieren können, gehen Sparer leer aus. Die Bausparkassen bekommen dies mit ihrem Neugeschäft immer wieder zu spüren. Die Konsumneigung der Bundesbürger ist hoch, die Sparneigung verständlicherweise weiter niedrig.

Bausparen lohnt sich nicht mehr

„Solange die Niedrigzinsphase anhält, haben die Kassen ein massives Problem, das ihr klassisches Geschäftsmodell bedroht“, sagte Professor Hans-Peter Burghof von der Universität Hohenheim kürzlich der dpa. Burgdorf trifft damit den Nagel auf den Kopf. Selbst eine Änderung des Gesetzes, das es den Bausparkassen ab 2015 möglich machte, im Neugeschäft auch Pfandbriefe und klassische Baufinanzierungen anzubieten, brachte nicht wirklich eine Entspannung. Im vergangenen Jahren musste die Bausparbranche ein Minus von fast 10 Prozent bei ihrem Neugeschäft hinnehmen.

BGH-Urteil wichtig – aber keine wirkliche Lösung

Die Bausparkassen stehen aus zwei Gründen unter Druck. Zum einen aufgrund der schlechten Zinslage und der daraus resultierenden Situation im Bauspar-Neugeschäft. Zum anderen aufgrund der hohen Zinsen, die für Altverträge galten. Im Februar 2017 konnten die Bausparkassen vor dem BGH (Bundesgerichtshof) ein wichtiges Urteil erstreiten. Alte Bausparverträge, die ein hohes Guthaben und hohe Zinsen haben, aber seit mindestens einer Dekade (= zehn Jahren) nicht als Bauspardarlehen genutzt werden, können seitens der Bausparkassen gekündigt werden.

So wichtig dieses Urteil war und ist, eine wirkliche Entlastung bei der eigentlichen Problematik hat dies nicht mit sich gebracht. Die Niedrigzinsphase, die den Bausparkassen das Neugeschäft mit Bausparverträgen madig macht, hält weiter an. Genau diese ist aber das Problem der Bausparbranche und solange die EZB nicht die Zinswende einläutet, wird das Bauspar-Neugeschäft weiter davon überschattet werden.

Klassische Baufinanzierungen günstiger als Bausparkredite

Die normale Baufinanzierung hat dem Bausparvertrag längst den Rang abgelaufen. Die Ergebnisse des Dr. Klein Trendindikators Baufinanzierung (DTB) für Mai 2017 zeigen einen Rekordwert für Annuitäten-Darlehen auf. Die Kreditnehmer setzen wieder vermehrt auf die klassische Baufinanzierung, die Bausparkassen haben weiter mit dem niedrigen Leitzins zu kämpfen.

Da nützt es auch nichts, dass die Bausparkassen im Neugeschäft inzwischen ebenfalls Baufinanzierungen anbieten. Die Konkurrenz ist gerade in diesem Bereich in den vergangenen Jahren sehr gewachsen. Neben den Banken und den Baufinanzierern selbst haben viele Versicherer bereits vor längerer Zeit diese Möglichkeit für sich entdeckt und bieten mittlerweile günstige Baukredite an.

Für Immobilienfinanzierungen mit einer Sollzinsbindung von zehn Jahren liegen die Zinsen bei Top-Bonität weiter bei nur 1,00 Prozent p.a. „Momentan sehe ich auch keinen Grund, warum es einen abrupten Anstieg geben sollte – auch wenn ich auf lange Frist mit moderat steigenden Zinsen rechne“, so Michael Neumann, Vorstand der Dr. Klein Privatkunden AG.

Auch dies zeigt, dass die Bausparkassen im Bereich Bausparvertrag weiter kämpfen müssen. So lange sie keine nennenswerten und positiven Unterschiede zur klassischen Baufinanzierung bieten können, so wie dies einst der Fall war, wird das Neugeschäft weiter unter massivem Druck stehen.

Beim Girokonto Geld sparen

Wo sich neben der Baufinanzierung ebenfalls gutes Geld sparen lässt, ist der Bereich der Girokonten. Zahlreiche Banken berechnen mittlerweile Gebühren für die Kontoführung und/oder haben die kostenlose Kreditkarte zum Girokonto abgeschafft. Wie der Girokonto-Vergleich zeigt, gibt es jedoch auch heute noch einige Girokonten, die nichts bis wenig kosten und gute Konditionen bieten.

Auch wenn die Auswahl an kostenlosen oder zumindest preisgünstigen Girokonten nicht mehr so groß ist wie früher, bietet die eine oder andere Bank immer noch sehr gute Gehaltskonten an.

Drei attraktive Girokonten im Vergleich

Aus den Girokonten, die sich im Vergleich sehen lassen können, haben wir drei besonders gute Konten herausgesucht. Zum einen ist dies das VW Bank Girokonto, zum anderen das Girokonto der Consorsbank und das ING-DiBa Girokonto.

Das Girokonto der Volkswagen Bank bietet ab einem bargeldlosen Geldeingang von monatlich mindestens 1.000 Euro (in einer Summe) die kostenlose Kontoführung an. Für Kontoinhaber im Alter bis einschließlich 27 Jahre ist das Konto der VW Bank sogar ohne Mindestgeldeingang kostenlos. Die VISA Card pur, die es zum Girokonto dazugibt, ist optional und kostenlos. Mit der Kreditkarte kann in der kompletten Eurozone an Geldautomaten mit VISA-Zeichen kostenlos Geld abgehoben werden.

Das Girokonto der ING-DiBa ist sogar bedingungslos kostenlos. Dazu gibt es im Moment sogar eine Prämie für die Kontoeröffnung in Höhe von 50 Euro. Die Prämie gibt es für jeden Girokonto-Neukunden, selbst wenn er bereits ein Tagesgeldkonto bei der ING-DiBa führt. Eine kostenlose Kreditkarte (VISA Card) gibt es zum Girokonto der Direktbank ebenfalls dazu.

Beim Consorsbank Girokonto gibt es aktuell ebenfalls eine Prämie von 50 Euro, allerdings nur für Neukunden. Das Girokonto der Bank ist bedingungslos kostenfrei, die Kontoführung kostet dadurch nichts und eine kostenlose Visa Card gibt es auch zum Girokonto der Consorsbank dazu.

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