• Montag, 15. Juni 2026

Digitalisierung: Banken tun sich immer noch schwer damit

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Die Banken und Sparkassen haben sich schon immer schwer mit Veränderungen getan. Dies zeigt sich auch im Zeitalter der Digitalierung. Während die Wirtschaft längst auf den Zug aufgesprungen ist und viele Prozesse digitalisiert durchführt, sieht dies bei den Geldinstituten immer noch anders aus. Hier wird zwar gerne mit der Digital-Strategie geworben, aber so richtig umgesetzt wird eine solche bei vielen Banken nach wie vor nicht.

Der Bund, eine Schweizer Zeitung, bezeichnet dies gar als „Scheindigitalisierung“ der Banken“. Und hat mit dieser Aussage natürlich Recht, sind es doch die Banken, die nur allzu gerne auf modern und digital machen, aber sich dahinter letztlich immer noch die alten Prozesse verbergen.

Neuer Wein in alte Schläuche

Die Zeiten haben sich geändert. Viele Menschen sind es gewöhnt, online ihre Bestellungen aufzugeben und online ihre Bankgeschäfte zu tätigen. Dazu gehört es auch, Girokonten und Sparkonten zu eröffnen, Kredite zu vergleichen und Baufinanzierungen aufzunehmen. Doch was bei den Verbrauchern längst angekommen ist, scheint bei vielen Geldinstituten bislang noch mehr Schein zu sein, als im Alltag umgesetzte Realität.

Die Digital-Strategie, die viele Banken nur zu gerne nach außen verkaufen wollen, ist nach innen hin oft noch gar nicht gelebt. Da wird zwar das reine Onlinekonto propagiert, aber letztlich ist es doch nur ein Offline-Konto mit Onlinezugang, bei dem die Kontoeröffnung selbst nur zum Teil digital durchgeführt werden kann.

Scheindigitalisiert statt tatsächlich digital

Es ist immer noch vieles mehr Schein als Sein bei den Banken. Zwar arbeiten immer mehr Geldinstitute mit Unternehmen aus der FinTech-Branche zusammen. Doch so ganz nach vorne geht es bei den Banken und Sparkassen, die oft nach wie vor ihr Haupttätigkeitsfeld im Filialgeschäft sehen, immer noch nicht. Die Banken scheinen sich lieber zu schmücken mit der Zusammenarbeit mit den verschiedenen Startup-Unternehmen, anstatt wirklich vorangehen zu wollen.

Dies ist eine Scheindigitalisierung, durch welche die Banken immer mehr ins Hintertreffen geraten werden. Bereits jetzt haben Onlinebanken bei vielem die Nase vorn und finden immer mehr Kunden, zum Teil auch durch gezielte Neukunden-Prämien und Bonusaktionen. Auch die FinTech-Unternehmen selbst haben sich aufgemacht, die alten Geschäftsfelder der Banken immer mehr für sich zu erobern. Sie bieten in Zusammenarbeit mit den unterschiedlichsten Geldinstituten verschiedene Finanzprodukte wie ein Girokonto für Smartphone-Nutzer, Minikredite und elektronische Geldbörsen an. Dadurch erreichen sie immer mehr Verbraucher, die mehr wollen als ein Offline-Konto, dessen einzige Digitalisierung das Online-Banking ist, aber sonst nichts weiter bietet.

Kontoeröffnung online – Bearbeitung offline

Bei vielen Banken und Sparkassen ist es mittlerweile möglich, Girokonten und Sparkonten online zu eröffnen. Doch danach ist oft Schluss mit der digitalen Bearbeitung der Anträge. Die weitere Bearbeitung erfolgt oft offline und verlängert den ganzen Kontoeröffnungsprozess unnötig. Für den Kunden ist dies nicht einfach, denkt er doch, dass er das Konto rein online = rein digitalisiert eröffnen kann. Stattdessen wartet auf ihn wieder der alte Papierkram und außer der Kontoeröffnung selbst findet nichts auf digitalem Wege statt.
Dazu gehört auch das PostIdent-Verfahren, das bei vielen Bundesbürgern unbeliebt ist. Wird nur dieses Verfahren zur Legitimation angeboten, muss er die Unterlagen zur Kontoeröffnung meist selbst ausdrucken und mit diesen und seinem Ausweis dann zur nächsen Postfiliale gehen. Dies kostet einiges an Zeit, was bei einem volldigitalisierten Prozess zur Eröffnung des Kontos oder zur Aufnahme des Kredits gar nicht erforderlich gewesen wäre.

Nicht digitalisierte Prozesse verlängern Bearbeitungszeit

Die Digital-Strategie, die nach außen getragen wird, hört sich zwar gut an, ändert jedoch nichts an den oft nach wie vor langen Bearbeitungszeiten. Egal, ob Girokonto, Tagesgeldkonto oder Kredit: je mehr offline bearbeitet wird bei einer solchen Kontoeröffnung, umso länger dauert die Bearbeitungszeit. Da kann das Eröffnen eines Girokontos schon zum Geduldspiel werden, wenn statt der Volldigitalisierung immer noch die alte Papierbürokratie am Werke ist.

Jeder nicht-digitalisierte Prozess verlängert die Zeit der Bearbeitung. Genervte Kunden sind mitunter die Folge, wenn es langsamer geht als gedacht, wenn online ein Konto oder ein Kredit beantragt wurde. Je mehr digitalisiert wird, desto schneller geht es auch voran und umso mehr freut sich auch der Kunde. Die Volldigitalisierung kann so zugleich zur Kundenbindung führen. Wenn der Kunde merkt, das Eröffnen von Konten geht schnell und die Erreichbarkeit der Bank ist durch Email und einen 24/7-Telefonsupport rund um die Uhr gewährleistet, bleibt er natürlich bei seiner Bank, als wenn sich alles endlos hinzieht mangels digitalisierter Prozesse.

Ist die Digital-Strategie nur ein Wort?

Wie eine Umfrage von „Bund“ bei den in Bern ansässigen Banken gezeigt hat, bieten nur drei der 24 Institute auch tatsächlich eine volldigitalisierte Kontoeröffnung an. Bei elf der 24 in der Schweizer Hauptstadt ansässigen Banken ist immerhin eine Online-Kontoeröffnung möglich. Identifikation und Unterzeichnung des Vertrags finden bei 8 der elf Banken in mindestens einem Schritt offline statt online statt.

13 Banken bieten überhaupt keine Online-Kontoeröffnung an. Dies im Jahr 2017, in dem viele Banken von einer Digital-Strategie ihres Instituts sprechen. Es ist zu vermuten, dass die Zahlen in Deutschland nicht viel anders aussehen dürften. Zwei der Banken machten sogar deutlich, dass sie über gar keine Digital-Strategie verfügen würden. Für diese Geldinstitute dürfte der Weg noch weit sein, von den Offline-Prozessen hin zur volldigitalisierten Kontoeröffnung.

Digitale Prozesse statt Papierbürokratie

Die Zukunft gehört der Digitalisierung. Sie vereinfacht die Prozesse bei Kontoeröffnungen und macht auch die Bearbeitung von Kreditanfragen und Kreditanträgen weitaus einfacher. Anstatt langsamer Antragsprozesse macht jeder digitalisierte Schritt die Bearbeitung schneller.

Dies fängt schon dabei an, dass der Kunde die Kontoanfrage online stellen kann. Der nächste Schritt ist die Legitimation, für die er keine Unterlagen ausdrucken kann. Weiter wichtig ist das Hochladen können für die Kontoeröffnung oder Antragsstellung benötigte Unterlagen. Nicht zu vergessen, als ein nicht minder wichtiger Schritt, die Legitimation, ohne die in Deutschland kein Konto eröffnet werden kann. Gerade dieser Punkt ist wichtig auf dem Weg zur Volldigitalisierung. Sie erspart dem Bankkunden einiges an Zeit, und er kann die Kontoeröffnung tatsächlich komplett von zuhause aus erledigen.

Auch für die Angestellten der Banken stellt eine Volldigitalisierung natürlich eine Vereinfachung der Arbeitsschritte dar. Sie müssen nicht mehr tagelang auf die Unterlagen aus dem Antragsprozess warten, sondern haben diese dank digitaler Schritte zeitnah vorliegen. Für die Banken bedeutet dies auch eine Entlastung ihrer Angestellten durch die Digitalisierung.

Videolegitimation statt PostIdent-Verfahren

Wer früher ein Konto eröffnen wollte, der musste sich über das langwierige und aufwändige PostIdent-Verfahren authentifzieren. Dafür war ein bestimmtes Formular erforderlich, das mitsamt dem Ausweis und gegebenenfalls weiterer Dokumente zur Kontoeröffnung oder zum Kreditantrag zu einer Postfiliale gebracht werden muss. Das PostIdent-Verfahren war nicht gerade besonders beliebt bei den Bundesbürgern, weshalb es genau an diesem Punkt immer wieder zu Abbrüchen im Antragsprozess kam. Zu viele wollten und wollen einfach nicht am Schalter warten, und/oder auf die Öffnungszeiten der nächsten Postfiliale angewiesen sein.

Inzwischen hat das PostIdent-Verfahren eine starke Konkurrenz bekommen mit dem VideoIdent-Verfahren. Diese Videolegitimation ist, anders als das PostIdent-Verfahren, rein digital und kann innerhalb von wenigen Minuten am heimischen PC oder unterwegs via Tablet oder Smartphone durchgeführt werden. Wichtig ist dabei nur, dass die Internetverbindung stabil ist, das Gerät eine Webcam hat und die Ausweispapiere bereit liegen.

Volldigitalisierung verschlankt Bankprozesse

Je mehr Schritte einer Kontoeröffnung digitalisiert sind, desto schneller geht es auch voran. Die Angestellten können dann viel schneller das Konto freigeben und der Kunde kann sein neues Girokonto oder Tagesgeldkonto zeitnah nutzen. Die Volldigitalisierung führt damit zu zwei wichtigen Dingen: zum einen verschlankt sie die Bankprozesse, zum anderen führt sie zu verbesserter Kundenzufriedenheit. Je mehr Aufwand eine Kontoeröffnung oder eine Kreditanfrage macht, umso größer ist auch das Risiko, dass der Kunde die Lust an der jeweiligen Bank verliert und sich einem anderen Geldinstitut zuwendet.

Direktbanken haben oft die Nase vorn

Bei der Digital-Strategie ganz vorn liegen die Direktbanken. Dies ist nur allzu verständlich, sind sie doch das „Online-Dasein“ am meisten gewohnt. Viele Direktbanken haben mittlerweile das VideoIdent-Verfahren als Alternative zum PostIdent-Verfahren eingeführt. Dadurch wurden die eigenen Prozesse verschlankt und können viel einfacher und viel schneller durchgeführt werden. Auch bei den kostenlosen Konten haben die Internetbanken die Nase von. Gleich mehrere Onlinebanken bieten Girokonten für kostenbewusste Verbraucher an.

Girokonten ohne Kontoführungsgebühren oft digitalisiert

Die Banken, bei denen die Digital-Strategie aufgeht, sind jene Banken, die von Anfang an digital waren, die Direktbanken, die ihren „Sitz“ allein im Internet haben. Drei dieser Banken bieten nicht nur digitalisierte Prozesse an, sondern auch mindestens eine Kontomodell, das kostenfrei ist.

Drei der Banken, die kostenlose Girokonten anbieten, sind die ING-DiBa, die comdirect, und die DKB. Alle drei Geldinstitute können mit ihren besonderen Konditionen überzeugen. Zu den Girokonten der comdirect und der DKB gibt es neben dem kostenlosen Konto auch noch eine kostenlose Kreditkarte dazu, eine Visa Card. Wer ein comdirect Girokonto führt, kann zudem weltweit kostenlos Geld abheben. Beim Girokonto der ING-DiBa ist dies immerhin innerhalb der Europäischen Union kostenfrei möglich.

Zum ING-DiBa Girokonto gibt es außerdem ein kostenloses Tagesgeldkonto, das ING-DiBa Extra-Konto dazu. Beim DKB-Cash Girokonto gibt es zwar keine Verzinsung mehr auf dem Girokonto selbst, dafür wird das Guthaben auf der Visa Card bis zu einem Betrag von 100.000 Euro mit 0,2 Prozent p.a. verzinst.

Wer auf der Suche nach einem neuen Girokonto ist, kann dies über einen Girokonto-Vergleich machen. Immer wieder bieten Banken wie die ING-DiBa oder die comdirect auch Prämien für Neukunden an, die es zur Kontoeröffnung gibt.

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