• Freitag, 1. Mai 2026

Dreiste Abzocke bei Bankgebühren

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Seit vielen Jahren gibt es immer wieder Diskussionen um Bankgebühren. Bestimmte Gebühren dürfen nicht erhoben werden, wie beispielsweise Bearbeitungsgebühren bei Krediten an Verbraucher. Bei anderen Gebühren wird weiter dreist abgezockt, um möglichst viel Geld zu verdienen. Dies geht zu Lasten der Kunden, die diese Bankgebühren hinnehmen, weil viele denken, dass alle Banken so sind. Doch es gibt Geldinstitute, die diese Abzocke nicht mitmachen, während andere Banken kräftig zulangen, wo immer auch dies möglich ist.

Versteckte Gebühren und andere Bezeichnungen

Nicht wenige Banken verstecken die Gebühren, die sie erheben, ganz geschickt. So gibt es seit neuestem die Masche, Gebühren für das Abheben am Bankautomaten zu erheben, wenn dies beispielsweise in die Mittagspause oder aufs Wochenende fällt. Diese Bankgebühren werden nicht als Abhebegebühren bezeichnet, was sie eigentlich sind, sondern als Buchungspostengebühr.

Während die Abhebegebühr direkt beim Abhebevorgang am Geldautomaten angezeigt werden muss, ist die Gebühr für die „Buchungsposten“ erst auf dem Kontoauszug zu sehen. Da es sich hierbei um Centbeträge handelt, werden dies viele Bankkunden wohl erstmal nicht merken. Doch diese Gebühren rechnen sich mit der Zeit und werden vor allem für jene Kunden unangenehm, die mit jedem Cent rechnen müssen und denen dieses Geld am Ende des Monats irgendwann fehlt.

Doch es gibt noch andere Gebühren, die für die Verbraucher ins Geld gehen und je nach Bank sehr hoch sein können, von anderen aber gar nicht erst erhoben werden.

Bankkarte verlieren kann teuer werden

Der Verlust der Bankkarte ist nicht nur ärgerlich, sondern kann richtig ins Geld gehen. Bei der Commerzbank kann dies bei einigen Girokonto-Modellen sogar 15 Euro für die Ersatzkarte kosten. Das Gleiche gilt für die Targobank, die ebenfalls diese Summe bei Kartenverlust und Ausstellen einer Ersatzkarte berechnet.

Noch teurer wird es bei der DKB, wenn der Bankkunde seine Karte irgendwo im Ausland verliert. Hierfür wird bei der Direktbank ab Dezember diesen Jahres gleich richtig viel Geld fällig. Wie das Magazin „Focus“ schreibt, verlangt die Bank dann 180 Euro für die Ausstellung einer Ersatzkarte. Lediglich „Aktiv-Kunden“, die einen monatlichen Geldeingang von mindestens 700 Euro haben, sollen von dieser Gebühr befreit sein.

Auch andere Banken berechnen gerne Gebühren, wenn die Bankkarte oder Kreditkarte verloren geht und sie für ihren Kunden eine Ersatzkarte ausstellen müssen. Besonders aufpassen sollten Sie, wenn aus Sicherheitsgründen ein Austausch der Karten stattfindet und Sie eine neue Kreditkarte oder EC-Karte ausgestellt bekommen, damit Sie am Ende nicht auch noch dafür bezahlen. Hier können Gebühren anfallen, obwohl der Austausch nicht von Gründen verursacht wurde, für die Sie verantwortlich sind. Deshalb ist es empfehlenswert, immer auf den Kontoauszug zu schauen, welche Gebühren dort plötzlich verzeichnet sind und mit welchen Bezeichnungen diese versehen sind.

Bareinzahlung möglich, aber teure Angelegenheit

Bei Banken und Sparkassen, die noch Filialen halten, ist das Einzahlen von Bargeld auf das eigene Konto und auch auf Konten bei anderen Banken möglich. Doch was eine Serviceleistung der eigenen Hausbank sein sollte, wird ebenfalls mit hohen Gebühren bezahlt und dies bereits seit vielen Jahren.

Je nach Bank können die Gebühren für das Einzahlen unterschiedlich hoch sein. Mal können diese bei vier Euro liegen, wie beispielsweise bei der Volksbank Rhein-Ruhr, mal fünf Euro oder sogar bei 15 Euro, wie es bei der Sparkasse Köln-Bonn der Fall ist. Hier zeigt sich, wie sehr die Banken bei Leistungen und Tätigkeiten hinlangen, die aus Sicht der Verbraucher doch selbstverständlich sein müssten.

Dispozinsen bleiben ein Reizthema

Die Zinsen für Dispokredite sind schon seit Jahren ein heikles Thema und sorgen immer wieder für heftige Diskussionen. Von Regierungsseite war es vor längerer Zeit im Gespräch, ob es für die Dispozinsen nicht eine Deckelung nach oben geben sollte. Eine solche Höchstgrenze wurde dann doch nicht eingeführt.

Das Problem bei den Zinsen für den Dispo ist einfach: die Dispozinsen haben, anders als die Kreditzinsen und die Sparzinsen, den Leitzins nicht als Orientierungspunkt. Während die Zinsen für Ratenkredite und Autokredite immer noch sehr niedrig sind und es bei Top-Bonität Zinsen von unter zwei bis drei Prozent im Jahr gibt, sieht dies bei Dispokrediten anders aus.

Hier verlangen viele Banken nach wie vor hohe Zinsen und verdienen an dem kurzfristigen Kredit, der für viele zum Dauerthema geworden ist, viel Geld. Immer noch gibt es Geldinstitute, die über zehn Prozent an Zinsen für das Nutzen des Dispokredits berechnen. Die Unterschiede können übrigens auch je Kontomodell bei der gleichen Bank unterschiedlich hoch sein. Hier gilt es, genau hinzusehen und das Girokonto abzuschließen, das von sämtlichen Gebühren passt und bei dem auch der Dispokredit günstig ist.

Ratenzahlung aussetzen ist nicht immer kostenlos

Bei der Rückzahlung eines Kredits kann es aufgrund plötzlicher Änderungen in den persönlichen und dadurch auch finanziellen Verhältnissen zu Engpässen kommen. Wer sich schnell an seine Bank wendet und um eine Aussetzung der Kreditrate bittet, kommt um eine kostenpflichtige Mahnung herum. Aber: die Ratenaussetzung kann teuer werden. Bei der Commerz Finanz kann dies Kosten in Höhe von bis zu 30 Euro aufwerfen, wie die Verbraucherzentrale NRW bei ihrer Stichprobe herausfand. Bei der ING-DiBa hingegen fallen dafür keine Gebühren an.

Es ist zu empfehlen, vor dem Abschluss eines Kreditvertrags sämtliche Konditionen des Darlehens durchzulesen, um hinterher nicht böse Überraschungen in Form hoher Gebühren zu erleben. Jede Bank geht hierbei anders vor und hat ihre ganz eigenen Gebührenmodelle, was auch für sämtliche andere Bankgeschäfte und Tätigkeiten rund um das Girokonto und den Kredit gilt.

Die Kontoauflösung kann Geld kosten

Die Auflösung eines Girokonto oder Sparkontos gehört nach Ansicht der Verbraucherzentrale in NRW zu den unzulässigen Bankgebühren. Dies sind Tätigkeiten, die zum normalen Alltag der Banken gehören. Kunden dürfen, so die Düsseldorfer Verbraucherzentrale, „eine Geschäftsverbindung zu ihrer Bank – z.B. das Girokonto – ohne weiteres fristlos kündigen.“ Gebühren für die Auflösung ihres Kontos müssen sie dafür nicht bezahlen.

Wenn die Bank oder Sparkasse doch plötzlich Geld für eine Kontoauflösung berechnen will, ist der Gang zu einer Verbraucherzentrale in der Stadt oder Region empfehlenswert. Dies gilt auch für die anderen Gebühren, die entweder vom Bundesgerichtshof als generell unzulässig erklärt wurden oder von Gerichten in niederen Instanzen als unzulässig angezeigt wurden.

Bank ist nicht gleich Bank

Jede Bank ist anders. Dies ist schon seit langer Zeit so, und zeigt sich auch beim Thema Gebühren und Gebühren-Abzocke immer wieder. Es gibt Banken, die für Dienstleistungen und Serviceleistungen keine Bankgebühren erheben und andere, die aus jeder kleinen Tätigkeit eine neue Gebühr machen.

Für Bankkunden ist es wichtig, darauf zu achten, was alles auf ihrem Kontoauszug an Gebühren erscheint und wie diese benannt sind. Tauchen dort plötzlich immer wieder Buchungspostengebühren auf, obwohl gar keine Buchungen wie Überweisungen oder Lastschriften vorgenommen wurden, sollten Sie die Bank darauf ansprechen.

Zeigt sich dann, dass die Bank hier Gebühren für das Geld abheben zu bestimmten Zeiten berechnet oder für andere Tätigkeiten, die eigentlich selbstverständlich sein müssten, lohnt sich das Nachdenken über einen Wechsel des Girokontos und der Bank.

Die Gebühren-Liste der Hausbank beachten!

Für die Bankkunden ist es wichtig, auf das Preis-Leistungs-Verzeichnis ihrer Hausbank zu achten. Dort müssen die jeweiligen Kosten und Gebühren aufgeführt sein. Auch wenn dies eine lange Liste sein kann, sollte diese gelesen werden. Im Optimalfall übrigens vor der Eröffnung eines Girokontos oder vor der Beantragung einer Kreditkarte. Nur so können am Ende böse Überraschungen vermieden werden.

Wenn Sie dann feststellen, dass dort Gebühren zu finden sind, die Sie nicht bezahlen möchten, weil sie diese für selbstverständlich halten oder diese bereits für unzulässig seitens eines oder mehrerer Gerichte erklärt wurden, empfiehlt sich möglicherweise ein Wechsel des Girokontos.

Kontowechsel wegen Gebühren-Abzocke

Der Girokonto-Wechsel ist immer dann sinnvoll, wenn die Kosten und Gebühren bei der eigenen Bank zu hoch sind. Dies kann die Kontoführungsgebühr sein, dies können die Bank-Gebühren für verschiedene Servicetätigkeiten sein.
Mit einem Girokonto-Vergleich lassen sich verschiedene Bankkonten finden, bei denen für die Kontoführung keine Gebühren anfallen und die auch sonst günstig sind. Gerade das Thema Dispozinsen spielt auch beim Kontowechsel eine wichtige Rolle. Auch hierbei lässt sich mit einem Wechsel des Girokontos unter dem Strich nach wie vor einiges an Geld sparen.

Diese drei Banken machen es anders

Nicht wenige Banken und Sparkassen verlangen Gebühren, die so nicht sein müssen. Wenn ein Kontowechsel ansteht, sollte deshalb darüber nachgedacht werden, zu einer Bank zu wechseln, die keine Abzockgebühren verlangt.

Die ING-DiBa, die Consorsbank und die comdirect bieten jeweils Girokonten an, die sich sehen lassen können. Bei der ING-DiBa und der comdirect gibt es neben einer kostenfreien Kontoführung zeitweise auch Prämienangebote für Neukunden. Bei allen drei Banken gibt es außerdem zum Girokonto eine kostenlose Kreditkarte dazu. Auch der Blick auf die Dispozinsen kann sich hier lohnen, liegen doch alle drei Banken beim Dispokredit durchaus im grünen Bereich, was die Zinsen und die Konditionen angeht.

Um sich für ein neues Girokonto zu entscheiden, spielen beide Punkte eine wichtige Rolle. Schließlich gibt es immer mehr Banken, die Gebühren für die Kontoführung berechnen, das Gratiskonto ist vor allem in den letzten Monaten immer mehr zum Auslaufmodell geworden. Nach und nach rudern einige Banken und Sparkassen jedoch wieder zurück, weil sie merken, dass sie statt mehr Geld damit zu verdienen, immer mehr Kunden dadurch verlieren. Denn schließlich sind es die Direktbanken, die häufig keine Kontoführungsgebühren berechnen und darüber hinaus auch noch das eine oder andere weitere Bonbon für ihre neuen Kunden bieten.

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