Zu den guten Vorsätzen für das neue Jahr gehört beim einen oder anderen sicherlich auch, den Überblick über die eigenen Finanzen etwas besser zu gestalten. Hierfür kann zum Beispiel ein sogenanntes Haushaltsbuch genutzt werden, mit dem die Einnahmen und Ausgaben in der Theorie ganz einfach gegenübergestellt werden können. Aber ist das tatsächlich so? Und reicht hierfür nicht einfach das Online Banking meines Girokontos oder muss es wirklich ein spezielles Haushaltsbuch sein? Wir haben uns dem Thema näher gewidmet und alle wichtigen Informationen zum Thema Haushaltsbuch im Folgenden genau untersucht.
Haushaltsbuch: Was ist das?
Ein Haushaltsbuch kann im Prinzip als einfache Gegenüberstellung der monatlichen Einnahmen und Ausgaben bezeichnet werden. So werden zum Beispiel das Gehalt oder andere Eingänge auf die eine Seite eingetragen und die Ausgaben wie Miete oder Kosten für Lebensmittel auf die Andere. Sinn und Zweck hinter dem Haushaltsbuch ist es, schon mit wenigen Blicken erkennen zu können, wie groß der finanzielle Spielraum in diesem und den kommenden Monaten ausfällt. Selbstverständlich ist dabei eine gewissenhafte Notierung der Beträge notwendig, denn andernfalls verfehlt das Haushaltsbuch seinen Zweck. Tatsächlich handelt es sich bei dieser Art der Gegenüberstellung nicht etwa um eine moderne Erscheinung der Neuzeit. Haushaltsbücher werden schon seit vielen Jahrzehnten verwendet und sind ein ständiger Begleiter der Menschen. Natürlich hat sich die Form der Haushaltsbücher in den letzten Jahren deutlich verändert. Aus klassischen Notizbüchern sind mittlerweile vielseitige digitale Speichermöglichkeiten geworden, die oftmals auch Zwischenbilanzen oder ähnliche Details anzeigen können.
Für wen ist ein Haushaltsbuch zu empfehlen?
Nützlich kann ein Haushaltsbuch natürlich für jeden Menschen sein. Insbesondere die Menschen, die vielleicht in diesem Jahr hier und da in einen finanziellen Engpass geraten sind, sollten sich möglicherweise über die Nutzung eines Haushaltsbuches Gedanken machen. Gleichzeitig empfiehlt sich eine solche Hilfe für die Finanzkontrolle aber auch zum Beispiel dann, wenn auf einen größeren Wunsch gespart wird oder etwas mehr Geld zur Seite gelegt werden soll. Mit dem Haushaltsbuch lassen sich mögliche Ausgabequellen entdecken, die in Zukunft vielleicht vermieden oder zumindest verringert werden können. Ebenfalls geeignet ist das Haushaltsbuch für die Übersicht dann, wenn viele Raten für Kredite oder ähnliches getilgt werden müssen. Werden dann wohlmöglich noch mehrere Konten verwendet, kann der Überblick schnell einmal verloren gehen. Allerdings sollte bei der Verwendung mehrere Konten darauf geachtet werden, dass ein angebotenes Haushaltsbanking für ein Girokonto eines Instituts dann natürlich nicht mehr in Frage kommt, da hier nicht mehrere Konten unterschiedlicher Unternehmen erfasst werden können.
Reicht das Online-Banking nicht vollkommen aus?
Wie angesprochen, kann das Online Banking als Übersichtsquelle zum Beispiel dann schnell an seine Grenzen stoßen, wenn die Einnahmen und Ausgaben mehrerer Konten überprüft werden sollen. Das ist aber längst nicht das einzige Argument, das dafür spricht, sich im neuen Jahr mit einem Haushaltsbuch zu beschäftigen. So werden im Online-Banking schließlich nur die Ausgaben erfasst, die auch mit der dazugehörigen Girokarte bezahlt wurden. Wird hingegen Bargeld ausgegeben, taucht lediglich die Entnahme auf dem Kontoauszug aus. Wofür genau das Geld abgehoben wurde, lässt sich mit dem Online-Banking nicht genau nachvollziehen. Insofern lässt sich also ganz klar behaupten, dass das Online-Banking zwar ebenfalls als Übersicht genutzt werden kann, im direkten Vergleich mit dem Haushaltsbuch aber in Sachen Details klar unterlegen ist.
Ein Haushaltsbuch muss nichts kosten
Wer das Internet durchstöbert, wird ziemlich schnell auf Angebote stoßen, bei denen für ein digitales Haushaltsbuch ein gewisser Preis gezahlt werden soll. Angepriesen werden derartige Unterstützungen als flexible Hilfen, die mit zahlreichen Extras und Annehmlichkeiten überzeugen sollen. In der Praxis allerdings zeigt sich, dass ein Großteil dieser zusätzlichen Extras nicht unbedingt notwendig ist. Es ist daher nicht empfehlenswert, ein teures Angebot aus dem Internet wahrzunehmen. Stattdessen gibt es kostenlose Vorlagen, darüber hinaus kann ein Haushaltsbuch auch ganz einfach auf „eigene Faust“ erstellt werden, schließlich müssen im Prinzip nur die Einnahmen und Ausgaben gegenübergestellt werden.
Die Vorteile eines Haushaltsbuches im Überblick
Ein Haushaltsbuch bringt einige Vorteile für den Kontoinhaber mit sich. So lässt sich mit nur einem Blick eine Übersicht über die Einnahmen und Ausgaben einsehen, mit der alle finanziellen Engpässe sofort analysiert werden können. Hat ein Kontoinhaber hier und da zu viel Geld ausgeben, wird dies im Haushaltsbuch knallhart aufgezeigt. Somit eignet sich diese Unterstützung wunderbar, um eine Verschuldung zu vermeiden und nicht über die eigenen Verhältnisse zu leben. Wichtig ist an dieser Stelle allerdings festzuhalten, dass ein Haushaltsbuch natürlich nur dann wirklich sinnvoll ist, wenn es ordnungsgemäß und gewissenhaft geführt wird.
Verschuldung in Deutschland: Ein ernsthaftes Problem
Für alle diejenigen, die am Ende des Monats schon durchaus stärker auf ihr Geld achten müssen, kann ein Haushaltsbuch enorm sinnvoll sein, schließlich lässt sich eine mögliche Verschuldung auf diesem Wege gut vermeiden. In Deutschland sind Schulden trotz der blühenden Wirtschaft durchaus ein ernstes Problem, vor allem bei den jungen Leuten. Der Grund hierfür liegt vor allem im mangelndem Bewusstsein im Umgang mit dem Geld. Gleichzeitig werden die jungen Leute aber auch durch zahlreiche Raten- oder Finanzierungsangebote stets in Versuchung gebracht, nicht doch noch einen neuen Fernseher für nur 20 Euro im Monat zu erwerben. Erschreckend: Im Jahr 2017 stieg die Zahl der überschuldeten Personen in Deutschland auf rund 6,9 Millionen Menschen an. Das bedeutet, dass fast jeder zehnte Erwachsene in der Bundesrepublik dauerhaft höhere Ausgaben als Einnahmen vorweisen muss. Im Vergleich zum letzten Jahr entspricht das einem Zuwachs von rund 65.000 Personen – und die Tendenz geht weiter nach oben.
Laut Creditreform sind die 6,9 Millionen Menschen in Deutschland mit rund 209 Milliarden Euro in der Kreide. Erschreckend ist dabei zu beobachten, dass mittlerweile auch immer mehr ältere Menschen als verschuldet gelten. So liegt der Anteil der über 70-Jährigen insgesamt zwar „nur“ bei 194.000 Personen, dennoch bedeutet das im Vergleich zu 2016 aber einen Anstieg von zwölf Prozent. Deutlich erfreulicher ist hingegen die Tatsache, dass die Verschuldung der Personen unter 30 Jahren in Deutschland rückläufig ist. Grund zur Freude ist das aber noch nicht wirklich, denn noch immer sind 1,66 Millionen aller Schuldner unter 30 Jahre alt.
Arbeitslosigkeit und gestiegene Kosten als Ursache
Die Gründe für die zunehmende Verschuldung sind vielfältig. So haben viele Personen mit der Arbeitslosigkeit zu kämpfen, die teilweise auch unerwartet eintritt. Darüber hinaus leben viele Menschen aber auch einfach über ihren Verhältnissen und haben zum Beispiel im Monat deutlich zu hohe Miet- und Nebenkosten. Der Konsum ist ebenfalls ein wichtiges Thema, denn die Lust nach neuen Handys, Fernsehern und anderen Waren steigt von Jahr zu Jahr – und damit auch die Gefahr einer Verschuldung. Zwischen Männern und Frauen gibt es dabei natürlich Unterschiede, die zeigen, dass die Männer deutlich anfälliger für das Anhäufen von Schulden sind. So sind 12,59 Prozent aller Männer über 18 Jahren in Deutschland verschuldet. Die Quote der Frauen liegt hingegen „nur“ bei 7,61 Prozent. Auch hier zeichnet sich allerdings ein anderer Trend ab. Das Plus der verschuldeten Frauen ist mit rund 30.000 höher ausgefallen, als das Plus der Männer im vergleich zu 2017 (26.000).
Ebenfalls kurios ist laut dem Schuldenbericht, dass die meisten Schuldner mit 4,38 Millionen Personen aus der mittleren Gesellschaftsschicht kommen. In der sogenannten unteren Schicht sind hingegen 770.000 Personen verschuldet, in der gehobenen Schicht sind es 1,76 Millionen Menschen. Allerdings steckt hier wieder eine interessante Information im Detail, denn die Anzahl ist in der gehobenen Gesellschaft 2017 um 3.000 Personen gesunken.
Fazit: Haushaltsbuch kann ein cleverer Begleiter sein
Auf den ersten Blick mag ein Haushaltsbuch für den einen oder anderen Menschen vielleicht etwas lästig sein. Schließlich gibt es angenehmere Dinge, als jede kleine Ausgabe in einem Buch festzuhalten. Allerdings zahlt sich dieses genaue Verfolgen der eigenen Finanzen spätestens am Ende des Monats aus. Das Haushaltsbuch stellt die Einnahmen und Ausgaben direkt gegenüber, wodurch die großen Ausgabequellen sofort erkannt werden können. Im besten Fall lernt der Kontoinhaber hieraus und kann diese im nächsten Monat schon deutlich geringer ausfallen lassen. Rund um das Haushaltsbuch gilt aber natürlich, dass dieses immer gewissenhaft und ordentlich geführt werden sollte. Mittlerweile ist klar zu einer digitalen Variante zu raten, wobei aber keine kostenpflichtige Version genutzt werden muss. Eine einfache Tabelle in einem passenden Programm reicht vollkommen aus, zusätzlich dazu gibt es im Internet haufenweise Muster und Vorschläge. Wer also mit einem guten Vorsatz für seine Finanzen ins neue Jahr starten möchte, der ist mit dem Haushaltsbuch definitiv auf der sicheren Seite und sollte selbst eine schwierige Finanzlage wieder auf die richtige Bahn bekommen können.