• Donnerstag, 29. Januar 2026

Giro-News: Bargeld an der Supermarktkasse

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Es ist ein neuer Trend, der Für Bankkunden neue Möglichkeiten eröffnen soll. Bargeld kann seit einiger Zeit direkt an der Supermarktkasse beim Einkauf abgehoben werden. Der Kunde erspart sich dadurch den Gang zum nächsten Geldautomaten und vermeidet womöglich auch noch Gebühren, die bei einigen Banken für das Abheben von Bargeld fällig werden. Der Frage, ob sich dieses neue Modell für die Kunden wirklich lohnt und von wem es überhaupt angeboten wird, wollen wir in diesem Artikel auf den Grund gehen.

Bargeldzugang bleibt weiterhin wichtige Grundfunktion jedes Girokontos

Dem Bargeld wird immer mal wieder das Totenglöckchen geläutet. In einigen Ländern, wie etwa in Schweden ist bereits ein Status erreicht, bei dem das Bargeld faktisch abgeschafft wurde. Geschäfte und Banken nehmen in aller Regel kein Bargeld mehr an und selbst auf Flohmärkten werden Zahlungsvorgänge fast immer über Apps abgewickelt. In Deutschland ist man von einer solchen Situation noch sehr weit entfernt. Die Deutschen hängen nach wie vor am Bargeld, auch wenn dessen Bedeutung im Alltag kontinuierlich zurückgedrängt wird. Der Anteil des Bargelds bei klassischen Bezahlvorgängen liegt nach wie vor deutlich über 50 Prozent. Nach wie vor gibt es Geschäfte und Restaurants, in denen ausschließlich eine Bezahlung mit Bargeld möglich ist. Auch auf Wochenmärkten oder beim Kauf von Gebrauchtwagen ist der Einsatz von Münzen und Scheinen weiterhin die Regel. Aus diesem Grund gehört auch die Möglichkeit des Zugangs zu Bargeld zu einem vollständigen Girokonto. Die Inhaber eines Girokontos erhalten eine Girokarte sowie in einigen Fällen auch eine Kreditkarte, mit der sie an vielen Automaten Geld abheben können. Gleichzeitig haben sie mit ihrer Karte die Möglichkeit, bargeldlos ihre Einkäufe zu bezahlen. Kunden, die ihr Girokonto bei einer der großen Filialbanken, wie Deutsche Bank, Commerzbank oder auch den Sparkassen haben, können sich beim Bargeldzugang auf ein umfassendes Filialnetz verlassen. Und auch viele kleinere Banken haben sich zu Verbünden zusammengeschlossen. Gegenseitig gestatten sie ihren Kunden, ihre Geldautomaten kostenlos zu nutzen.

Nicht alle Banken verfügen über ein umfangreiches Automatennetz

Das Nachsehen haben dagegen einige Kunden von kleineren Banken, die über kein eigenes Filialnetz verfügen und auch nicht in einem entsprechenden Verbund organisiert sind. Um kostengünstig an Bargeld zu gelangen, müssen sie in vielen Fällen entweder lange Wege auf sich nehmen oder in den sauren Apfel beißen und hohe Gebühren für die Nutzung von fremden Automaten zahlen. Hier langten einige Banken kräftig zu und stellten den Kunden Beträge zwischen fünf und zehn Euro je Abhebung in Rechnung. Gerade bei kleineren Abhebungen stellte sich für viele Kunden die Frage nach der Verhältnismäßigkeit. Da für viele kleine Banken aus dieser Situation das Problem erwuchs, dass sich kaum Kunden für ein solches Konto begeistern ließen, bei dem kontinuierlich Gebühren für das Geldabheben entrichtet werden müssen, suchten diese nach neuen Wegen. Einige versprachen ihren Kunden, die bei der Abhebung von Bargeld bei anderen Automaten entstehenden Gebühren zu übernehmen. Andere statteten die Girokonten mit günstigen oder gar kostenlosen Kreditkarten aus, mit denen auch an institutsfremden Automaten problemlos kostenlos Geld abgehoben werden konnte. Häufig ergab sich so für die kleinen Unternehmen aber weiterhin ein Kostenproblem. Für jede Abhebung, die an einem anderen Automaten vorgenommen wurde, musste eine entsprechende Gebühr an den Kreditkartenbetreiber oder an die andere Bank überwiesen werden.

Hier rauf reagieren die Institute wiederum, in dem sie versuchten, das Verhalten der Kunden zu beeinflussen. So wird etwa die Zahl der kostenlosen Geldabhebungen, die in einem Monat möglich sind, strikt begrenzt. Außerdem werden Mindestbeträge festgelegt, die jeweils abgehoben werden können. Und auch die Möglichkeit, in einem Supermarkt im Rahmen des Einkaufs Geld abzuheben, dürfte dem Bestreben entspringen, langfristig Kosten zu sparen. Zumindest im Idealfall profitieren von einer solchen Lösung aber nicht nur die Banken, sondern auch die Supermärkte sowie die Bankkunden selber.

Im Idealfall profitieren die Banken, die Supermärkte und die Kunden

Zunächst klingt es sehr komfortabel. Anstatt zu einem weit entfernten Automaten zu laufen oder zu fahren, wird das Bargeld gleich beim Einkauf im Supermarkt mit abgehoben. Denn den Einkauf muss ohnehin jeder mindestens einmal in der Woche erledigen und Bargeld ist zudem in der Supermarktkasse stets vorhanden. Das Geld wird mit der Rechnung für den Einkauf vom Konto des Kunden abgebucht und kann dann für die unterschiedlichsten Zwecke verwendet werden. Die Banken können auf diese Weise verschiedene Kosten sparen. Kleine Banken verzichten auf ein teures Filialnetz mit eigenen Automaten und sparen außerdem Gebühren, die bei der Nutzung von Automaten anderer Institute fällig werden. Doch auch die Supermärkte, die sich als Kooperationspartner für eine solche Lösung zur Verfügung stellen, können hier von durchaus profitieren. Zunächst bieten sie den Kunden einen zusätzlichen Service an, und locken so möglicherweise auch neue Kunden an. Darüber hinaus profitieren sie aber auch dadurch, dass sie am Abend weniger Bargeld in der Kasse haben. So müssen geringere Gebühren für die Versicherungen und den Transport von Bargeld bezahlt werden. Es kann also durchaus eine sogenannte Win-Win Situation in dieser Lösung gesehen werden, da alle Beteiligten profitieren. Vor diesem Hintergrund ist es kein Wunder, dass sich mittlerweile verschiedene Supermärkte zu entsprechenden Kooperationen mit den Banken zusammengefunden haben.

Wer bietet diese Möglichkeit bereits an?

Von der Bank selber ist die Möglichkeit, Geld an der Supermarktkasse abzuheben, nicht abhängig. Im Prinzip reicht die Girokarte oder auch die Kreditkarte aus, mit der das Bargeld auch an jedem Automaten abgehoben werden kann. Allerdings sind noch längst nicht alle Supermarktketten im Boot und bieten diesen Service an. Darüber hinaus gibt es auch spezifische Regeln, ab welcher Einkaufsumme überhaupt Geld abgehoben werden kann und wie hoch der jeweilige Betrag ist. Derzeit ist das Abheben von Bargeld an den Kassen der Supermärkte Penny, REWE, Toom, Edeka sowie Netto möglich. Auch Aldi Süd bietet den Service seit neuestem seinen Kunden an. Doch ganz so einfach, wie das Geldabheben am Automaten abgewickelt werden kann, ist es leider doch nicht. Zwar müssen die Kunden nicht damit rechnen, dass für diese Dienstleistungen eine Gebühr in Rechnung gestellt wird. Bei allen Supermärkten, wo Bargeld an der Kasse abgehoben werden kann, ist dieser Service kostenlos. Doch einfach in den Markt marschieren und Geld abheben, dies geht leider nicht. In allen teilnehmenden Supermärkten ist die Möglichkeit, Geld abzuheben, an einen Mindesteinkaufswert gebunden. In der Regel müssen mindestens Waren im Wert von 20 Euro eingekauft werden. Dann können bis zu 200 Euro abgehoben werden. Der Vorgang selber wird gemeinsam mit dem Bezahlen der Waren per Karte erledigt. Dass das System noch nicht ganz ausgereift ist, zeigt sich u.a. dabei, dass auch bei größeren Einkäufen im Wert von mehr als 100 Euro keine größeren Beträge abgehoben werden können. Hierzu müssen die Kunden zu einem kleinen Trick greifen, sollten sie eine höhere Bargeldmenge benötigen. Hierzu muss der Einkauf einfach in Teileinkäufe im Wert von je 20 Euro aufgeteilt werden, so dass mehrfach der Maximalbetrag abgehoben werden kann.

Warum ist diese Möglichkeit für die Kunden eigentlich interessant?

Für die Kunden ergeben sich auf dieser Basis durchaus neue Perspektiven. Denn lange setzten die großen Banken, die über die Filiale verfügen, ihre Marktmacht auch dazu ein, Kunden von einem Wechsel zur möglicherweise günstigeren Konkurrenz abzuhalten. So haben einige Banken den Kunden anderer Banken den Zugang zu ihren Automaten verweigert bzw. mit extrem hohen Kosten belegt. Aus Angst, nicht mehr an Bargeld zu kommen, sahen zahlreiche Kunden von einem Wechsel ab. Mit der Möglichkeit, in einem Supermarkt Geld abzuheben, wird dieses Problem nun sehr elegant umgangen. Mit einigen Einschränkungen ist natürlich trotzdem zu rechnen. So kann an Supermärkten nicht an Sonn- und Feiertagen Geld abgehoben werden. Auch kann es prinzipiell sein, dass nicht genügend Bargeld vorhanden ist und die Auszahlungen aus diesem Grund nicht vorgenommen werden kann. Verpflichtet sind die Supermärkte zur Auszahlung nämlich nicht. Umso wichtiger ist es für die Kunden, vorausschauend zu handeln und dafür zu sorgen, dass immer ausreichend Bargeld vorhanden ist. So können ungeplante Abhebungen bei teuren Automaten fremder Banken prinzipiell vermieden werden.

Fazit – Mehr Spielräume durch Geldabheben im Supermarkt

Schon länger war es den Kunden einiger Banken möglich, an Tankstellen Bargeld abzuheben. Mit der neuen Möglichkeit, an der Kasse einer Reihe von Supermärkten an Bargeld zu gelangen, werden die Spielräume vor allem von Kunden kleinerer Banken mit eingeschränktem oder ohne eigenes Filialnetz deutlich erweitert. Die Kooperation zwischen den Banken und den Supermärkten sieht vor, dass ab einem Einkaufswert von 20 Euro Bargeld in der Höhe von bis zu 200 Euro abgehoben werden kann. Damit sparen sich die Kunden nicht nur Umwege zu einem Automaten, sondern unter Umständen auch Gebühren, die bei einigen Instituten für jeden Vorgang fällig werden. Kostenbewusstsein lässt sich aber nicht nur beim Abheben selber umsetzen. Entscheidend ist vielmehr, welche Bank überhaupt als Partner für das Girokonto gewählt wird. Die Auswahl, die den Verbrauchern dabei zur Verfügung steht, ist prinzipiell sehr groß. Soll es jedoch ein kostenloses Girokonto sein, wird die Auswahl deutlich kleiner. Zu den Banken, die ein kostenloses Girokonto anbieten und auch für die Zukunft garantieren, keine Gebühren zu erheben, gehört die DKB. Die Kunden sind dabei nicht auf Supermärkte angewiesen, um an Bargeld zu kommen, denn mit der im Leistungsumfang enthaltenen Kreditkarte von VISA kann an fast allen Geldautomaten in Deutschland sowie im Ausland kostenlos Geld abgehoben werden. Auch die comdirect bietet ein kostenloses Girokonto inklusive Kreditkarte. Wie bei der DKB ist das Girokonto nicht an einen regelmäßigen Gehaltseingang gebunden. Anders sieht es bei dem Girokonto der ING DiBa aus. In den Genuss des kostenlosen Girokontos kommen ausschließlich Kunden mit einem regelmäßigen Gehaltseingang.

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