• Donnerstag, 29. Januar 2026

Giro-News: Sparkassen melden Milliardengewinn

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Milliardengewinn SparkassenObwohl die Minizinsen viele Banken immens zusetzen, können die Sparkassen sich weiterhin über Milliardengewinne freuen. Sie haben sich also erfolgreich gegen die Minizinsen und den Strafzins der EZB gestemmt. Von den rund 400 Sparkassen wurde ein Überschuss von zwei Milliarden Euro gemeldet. Das ist eine beachtliche Summe. Der Überschuss 2016 blieb also zum Vorjahr stabil. Aber wie kommt das eigentlich, dass die Sparkasse solch ein Ergebnis erzielt, während andere Banken zu knabbern haben?

Zinsüberschuss der Sparkassen gesunken

Obwohl der Milliardengewinn zum Vorjahr ähnlich ausgefallen ist, mussten die Sparkassen einen gesunkenen Zinsüberschuss feststellen. Die Niedrigzinsen nagen auch an den Sparkassen des Landes. Das bleibt natürlich nicht aus. Hinsichtlich des Zinsüberschusses kam es zu einem Rückgang von 800 Millionen Euro. Bei 22,2 Milliarden Euro lagen die Zinserträge 2016. Durch die Vergabe von Krediten verdienen die Banken und Sparkassen ihr Geld. Außerdem versuchen die Sparkassen, die Eigenmittel so sicher wie möglich anzulegen. Laut der Spezialisten der Sparkassen muss mit starken Rückgängen der Zinsergebnisse in der Zukunft gerechnet werden. Wie genau die Einbußen ausfallen und was das für Auswirkungen auf die Kunden hat, wird sich noch zeigen. Sicherlich muss irgendwann wieder an der Preisschraube gedreht werden. Möglich sind auch Einsparungen an Personal und Filialen.

Strafzins der EZB wirkt sich negativ aus

Sehr negativ wirkt sich der eingeführte Strafzins der Europäischen Zentralbank aus. Denn die Sparkassen müssen 0,4 Prozent Zinsen dafür bezahlen, wenn sie über Nacht überschüssige Liquidität unterbringen müssen. Der Strafzins wurde extra dafür erfunden, um die Banken zur Kreditvergabe zu bewegen. Alleine für die täglich fälligen Gelder wie Geldbestand der Girokonten und Tagesgeldkonten mussten die Sparkassen im letzten Jahr 560 Millionen Euro aufbringen. Der Strafzins wird bereits an Firmenkunden und Kommunen, die über hohe Einlagen verfügen, von vielen Banken weitergereicht. Doch an Privatleute sollen die Minuszinsen nicht weitergegeben werden. Das bekräftigt auch noch einmal Herr Fahrenschon. Er meinte auch, dass sich die Sparkassen dagegen stemmen werden.

Wie schaffen es die Sparkassen?

Aber wie schaffen es eigentlich die Sparkassen, sich gegen die Niedrigzinsen zu behaupten? Die Banken versuchen natürlich Mittel und Wege zu finden, wie sie sich gegen die aktuelle Situation durchsetzen können. Sie haben im vergangenen Jahr mehr Kredite an Firmen vergeben. Es werden also mehr Geschäfte gemacht, um der Situation standhalten zu können. Firmenkredite nahmen deutlich an Fahrt auf. In Sachen Privatkrediten hingegen wurde etwas weniger vergeben. Zusätzlich müssen auch die Sparkassen Einsparungen anstreben. Erfahrungsgemäß steigen immer da die Kosten stark an, wo die Banken und Sparkassen sie selber nicht ändern können. Von daher muss in den Sachkostenbereichen eingespart werden. Das bedeutet also, dass Filialen geschlossen werden müssen und dadurch Arbeitsplätze wegfallen. Schon im letzten Jahr wurden rund 900 Filialen geschlossen. Und es wird auch weiterhin erwartet, dass sich der Trend fortsetzt. Zusätzlich fusionieren die Sparkassen miteinander. Die Anzahl der Sparkassen ist mittlerweile auf 396 Filialen insgesamt gesunken. Das Ärgerliche an der Sache ist der Punkt, dass bereits rund 9.000 Mitarbeiter weniger beschäftigt sind. Allerdings wird hierbei großen Wert darauf gelegt, dass es angeblich keine betriebsbedingten Kündigungen gegeben haben soll. Vorruhestandsregelungen und natürliche Fluktuation haben den Jobabbau bestimmt. Den Sparkassen ist es wichtig, einen sozialverträglichen Stellenabbau zu gewährleisten. Das soll wohl auch in Zukunft so fortgeführt werden.

Gebührenanpassung als weiteres Mittel

Um den Einbußen entgegenzuwirken, muss auch kräftig an der Preisschraube gedreht werden. Kunden der Sparkassen müssen sich auf höhere Gebühren für die Konten und Leistungen einstellen. In welchem Maße und vor allem welche Gebühren und Leistungen erhöht werden sollen, wurden jedoch nicht erwähnt. Es wurde nur gesagt, dass die Sparkassen die Spielräume nutzen müssen, die überhaupt möglich sind. Zu rechnen ist mit einer erhöhten monatlichen Grundgebühr für die Girokonten. Auch beleglose Buchungen, Geldabhebungen oder Ausdrucke der Kontoauszüge können mit Gebühren belegt werden. Da haben die Sparkassen also genügend Spielräume zur Verfügung. Kunden können sich also nur noch überraschen lassen und hoffen, dass die Kosten im Rahmen bleiben.

Keine kostenlosen Girokonten mehr?

Schon vor geraumer Zeit hat der Sparkassen-Chef erwähnt, dass es nicht mehr lange dauert, und die kostenlosen Girokonten komplett von der Bildfläche verschwinden. Bei einigen Banken ist der Fall auch schon eingetreten. Aus kostenlosen Girokonten wurden auf einmal Konten mit Grundgebühr. Für die Kunden ist das natürlich bitter. Am günstigsten fallen meistens die Konten aus, die reine Online-Konten darstellen. Von den Sparkassen selber gibt es kaum noch Filialen, die Gratis Girokonten im Angebot haben. Einige der Sparkassen haben auch Preiserhöhungen von teilweise bis zu 20 Prozent angekündigt. Wenn man mit der Konkurrenz vergleicht, so sieht es dort ähnlich aus. Die Postbank bietet beispielsweise kein kostenloses Girokonto an. Sogar das reine Online-Konto kostet monatlich einen bestimmten Betrag, der allerdings mit rund 2 Euro recht niedrig ausfällt. Banken und Sparkassen, die komplett kostenfreie Konten anbieten, muss man mittlerweile suchen. Doch erfolglos ist die Suche nicht. Denn es gibt sie tatsächlich noch, die kostenlosen Girokonten. Einige Online-Banken sind noch vorhanden, die Konten zum Nulltarif zur Verfügung stellen. Teilweise werden sogar noch zusätzliche Leistungen geboten. Also es scheint auch noch zu gehen, den Kunden gebührenfreie Girokonten zur Verfügung zu stellen. Man muss nur lang genug suchen und vergleichen, um gute Angebote ausfindig zu machen.

Fazit – Trotz Milliardenüberschuss gibt es Erhöhungen

Sicherlich wird das einigen Leuten sauer aufstoßen. Die Sparkassen machen Milliardenüberschüsse, erhöhen aber trotzdem die Gebühren. Das ist sehr ärgerlich und könnte zu einem Bankenwechsel beitragen. Doch man sollte auch einmal die ganze Sache aus Sicht der Sparkassen betrachten. Die Niedrigzins-Situation und die Strafzinsen machen den Sparkassen und auch anderen Banken schwer zu schaffen. Sie sind im Prinzip dazu gezwungen, zu handeln. Ob das bei einem solch hohen Milliardenüberschuss schon nötig ist, sei dahingestellt. Letztendlich dient es auch als Sicherheit vor der undurchsichtigen Zukunft. Denn wenn erst dann die Gebühren erhöht werden, wenn sie keine Überschüsse mehr machen, könnte es zu spät für die Sparkassen sein. Aber wem das nicht passt, dass die Gebühren bei der eigenen Sparkasse steigen, der kann sich nach guten Alternativen umschauen. Vielleicht braucht man ja keinen Ansprechpartner vor Ort. In dem Fall bieten sich einige Online-Banken an. Gerade die Online-Banken sind dafür bekannt, besonders günstige und teilweise kostenfreie Girokonten bereitzustellen. Unter anderem gibt es die VW Bank, die Consorsbank und die ING-Diba, die sehr kundenfreundliche Konten anbieten. Da kann man sich teilweise sogar noch Zusatzleistungen oder Boni sichern, wenn man sich für ein Konto dieser Banken entscheidet.

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