• Montag, 16. März 2026

Giro-News: Volksbank Hamm Dortmund erhöht Preise um 69 Prozent

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Kunden, die in diesen Tagen oder in den vergangenen Wochen und Monaten Post von ihrer Bank oder Sparkasse erhalten haben, dürften daran wenig Freude gehabt haben. Denn in den meisten Fällen wurde ihnen darin in ausführlichen Sätzen dargelegt, dass die Bank sich zu einer Umstrukturierung der aktuellen Konto- und Gebührenordnung gezwungen sieht. Mitunter wurde auch auf eine Anpassung an veränderte Anforderungen der Kunden verwiesen. Die Quintessenz dieser Schreiben bestand aber in der Regel darin, dass die Kunden von nun an in Summe mehr für die Dienstleistungen der Bank zu zahlen haben. Zumeist versuchen die Banken, die Gebührenerhöhungen auf verschiedene Leistungen zu verteilen, um den Schritt nicht zu heftig aussehen zu lassen und damit nicht zu viele Kunden zu vergraulen. Im Falle der Volksbank Hamm Dortmund haben sich Verbraucherschützer einmal die Mühe gemacht, die Gebührenerhöhungen genauer unter die Lupe zu nehmen. Herausgekommen ist eine stattliche Steigerung von sage und schreibe 69 Prozent. Angesichts dieser Vorgehensweise sollten Kunden, die von einem solchen Schritt ihrer Bank betroffen sind, dringend darüber nachdenken, ob sich zu ihrer aktuellen Hausbank nicht doch günstigere Alternativen finden lassen. Lesen Sie in unserem aktuellen Bericht, wie Sie das für sie beste Angebot ausfindig machen.

Die Zeiten kostengünstiger Girokontomodelle neigt sich dem Ende

Lange Zeit konnten sich die Bankkunden in Deutschland darauf verlassen, dass Dienstleistungen rund um das Girokonto ausgesprochen günstig angeboten wurden. Gebühren für die Kontoführung waren sehr niedrig oder mussten in vielen Fällen überhaupt nicht gezahlt werden. Selbstverständlich war darüber hinaus, dass Überweisungen, Geldeingänge oder das Ausdrucken von Kontoauszügen unentgeltlich erfolgte. Ebenso zum Leistungsumfang vieler Filialbanken gehörte es, die Kunden regelmäßig zum Beratungsgespräch einzuladen. Dabei wurde ihnen nicht selten unflexible, teure und zum Teil auch unpassende Produkte verkauft. Nicht selten zahlten die Kunden auf diese Weise trotzdem eine beachtliche Gebühr an ihre Bank, ohne dass ihnen dieses jedoch direkt bewusst war. Nicht zuletzt die Finanzkrisen der letzten Jahre hat viele Bankkunden allerdings skeptisch gemacht und der Vertrieb von überteuerten Finanzprodukten ist etwas ins Stocken geraten. Zudem stehen sehr viele Banken derzeit vor dem Problem, dass sie zum einen recht aufwendige Filialnetze unterhalten müssen, sich auf der anderen Seite aber mit niedrigeren Erträgen aus dem angestammten Geschäft konfrontiert sehen. Die niedrigen Zinsen sorgen dafür, dass im klassischen Kreditgeschäft kaum noch Gewinne erwirtschaftet werden können. Einen Ausweg sehen viele Banken vor allem darin, die hohen Kosten bzw. die niedrigen Erträge durch höhere Gebühren für die Kunden zu kompensieren.

Besonders dreist ging dabei die Volksbank Hamm-Dortmund zuletzt vor. Verbraucherschützer haben errechnet, dass die Gebührenanpassung einer Steigerung um sage und schreibe 69 Prozent entspricht. Während für die Kontoführung bisher monatlich fünf Euro erhoben wurden, sieht das neue Modell eine Monatsgebühr in Höhe von 7,95 Euro vor. Hinzu kommt eine Jahresgebühr für die Nutzung der Bank-Card für weitere sechs Euro. Auch der Umstand, dass die Kunden zwischen drei unterschiedlichen Tarifen wählen können, stellt keinen Ausweg aus der Gebührenfalle dar. Während es sich bei dem Girokonto für monatlich 7,95 Euro um das all inklusiv Angebot handelt, bei dem, bis auf Gebühr für die Karte, keine weiteren Kosten anfallen, muss bei den günstigeren Kontovarianten mit zusätzlichen Kosten für Überweisungen, Zahlungseingängen oder Kontoauszügen gerechnet werden. So kosten etwa Online-Überweisungen 0,20 Euro je Transaktion. Aus diesem Grunde sollten Kunden jedes Mal genau hinschauen, wenn aus einer Reihe von Kontomodellen gewählt werden kann, wie wir im folgenden Abschnitt zeigen.

Gebühren werden für unterschiedlichste Dienstleistungen erhöht

Wenn es darum geht, den Kunden zusätzliche Gebühren aufzuerlegen, sind die Institute mittlerweile ausgesprochen erfinderisch geworden. Für die Kunden selber bedeutet dies, dass ebenfalls mit erhöhter Aufmerksamkeit vorgegangen werden sollte, wenn das aktuelle Kontomodell überprüft wird. Entscheidend ist letztendlich die Summe, die über einen Zeitraum von einem Jahr gezahlt wird. Eine Verbraucherzentrale hat kürzlich errechnet, dass rund 70 Euro je Jahr als fairer Preis für ein klassisches Girokonto gelten können. Zahlreiche Angebote unterschiedlicher Banken sind hiervon aber deutlich entfernt. Abweichungen gibt es aber dabei auch nach unten. Um die Kosten im Ganzen berechnen und damit vergleichen zu können, sollte aber nicht nur auf die regelmäßigen Kontoführungsgebühren geachtet werden. Diese Gebühr ist nur dann wirklich aussagekräftig, wenn es sich um ein „all inclusive Angebot“ handelt, das heißt, bei dem für weitere Transaktionen oder mit der Kontoführung direkt verbundene Dienstleistungen keine weiteren Kosten anfallen. Auch eine Karte für das bargeldlose Bezahlen und der Zugang zu Bargeld sollten hierbei bereits enthalten sein.

Doch auch hier lauern bereits die ersten Fallstricke. Denn eine Karte nützt nicht viel, wenn kein passender Automat in der Nähe zur Verfügung steht. Ist dies der Fall, müssen entweder längere Wege in Kauf genommen werden, die ebenfalls zusätzliche Kosten verursachen. Die Alternative, bei Automaten anderer Banken Geld abzuheben, ist ebenfalls mit unverhältnismäßig hohen Kosten verbunden. Einige Banken bieten Kreditkarten an, die kostenlosen Bargeldzugang ermöglichen. Nicht selten sind dafür aber ebenfalls recht hohe regelmäßige Kosten einzukalkulieren. Solche Kosten sollten ebenfalls in die Gesamtrechnung einbezogen werden. Günstiger erscheinen demgegenüber auf den ersten Blick Kontomodelle, bei denen keine oder nur eine sehr geringe Kontoführungsgebühr verlangt wird. Häufig langt die Bank dann aber für weitere Leistungen, insbesondere Überweisungen, Daueraufträgen sowie den Erhalt von Zahlungen zu. Gerade für die Anforderungen von Familien, bei denen sehr viele Buchungen im Monat stattfinden, erweisen sich diese Modelle nicht selten als deutlich teurere Alternativen. Anhand der Buchungen der letzten Monate sollte ein grober Überschlag der zu erwartenden Kosten vorgenommen werden, um objektiv vergleichen zu können. Weitere Parameter, denen allerdings nicht die ganz große Bedeutung beigemessen werden sollte, sind etwa Gebühren, die für den Ersatz einer Karte oder auch die Sperrung eines Kontos erhoben werden. Letztendlich gehen aber auch diese Kosten in die Gesamtrechnung ein.

Kunden können und sollten reagieren

In jedem Fall ist es sinnvoll, wenn Kunden nach der Gebührenerhöhung durch ihre Hausbank reagieren und diese eben nicht klaglos hinnehmen. Zunächst kann einer Änderung der Gebühren schriftlich widersprochen werden. Bisher ist jedoch kein Fall bekannt geworden, bei dem die Bank auf einen solchen Widerspruch mit einer Rücknahme der Gebührenerhöhung reagiert hätte. Daneben ist der Kunde nach einer Änderung der Konditionen immer dazu berechtigt, das Kontomodell fristlos zu kündigen. Darauf muss zudem von der Bank auch explizit hingewiesen werden. Bevor die Kündigung jedoch schriftlich eingereicht wird, sollten sich die Kunden auf die Suche nach einem für ihn günstigeren Kontomodell machen. Zunächst ist dabei die Frage zu beantworten, ob es unbedingt eine Filialbank sein muss, oder ob es nicht auch ausreicht, wenn die Bankgeschäfte über eine Online Bank erledigt werden. Hierzu sollten sich Kunden selber fragen, wie oft sie innerhalb der letzten Jahre tatsächlich in einer Filiale waren und den persönlichen Service auch in Anspruch genommen haben. Darüber hinaus spielen auch Überlegungen eine Rolle, ob und wie oft Geld etwa im Ausland benötigt wird. Wird im Rahmen eines Girokontos keine Kreditkarte kostenlos angeboten, gibt es auch eine Reihe von alternativen Anbietern, die Kreditkarten kostenlos zur Verfügung stellen. Ist die Entscheidung für ein bestimmtes Kontomodell bei einer anderen Bank gefallen, muss nun nur noch der Wechsel in Angriff genommen werden. Auch hier haben die Bankkunden seit letztem Jahr im Prinzip sehr leichtes Spiel. Die Banken sind verpflichtet, ihre Kunden bei einem Wechsel aktiv zu unterstützen. Darüber hinaus bieten viele Institute auch einen sogenannten Wechselservice an. Dabei kann der Kontowechsel nicht nur online beauftragt werden, sondern es werden auch alle laufenden Kontoverbindungen und Daueraufträge zum neuen Konto übernommen. Zahlungspartner, die regelmäßig per Lastschrift Geld einziehen, werden automatisch über die neue Kontoverbindung informiert. Der Aufwand, der mit einem Kontowechsel verbunden ist, beschränkt sich vor diesem Hintergrund nicht selten auf weniger als eine halbe Stunde.

Fazit – Die Kunden können der Gebührenflut entkommen

Banken haben es derzeit wahrlich nicht gerade leicht. Kaum war die Finanzkrise halbwegs überstanden, setzt ihnen nun die Niedrigzinsphase zu und sorgt dafür, dass lange sicher geglaubte Erträge wegbrechen. Lange Zeit haben die Banken damit gezögert, sich die fehlenden Erträge durch höhere Gebühren bei den Kunden zu holen. Seit etwa einem Jahr kann aber von einer regelrechten Welle von Gebührenerhöhungen berichtet werden. Kaum ein Institut gibt es, welches noch nicht die Gebühren für das Girokonto erhöht bzw. das kostenlose Konto gestrichen hat. Der Fall der Volksbank Hamm-Dortmund ist in diesem Zusammenhang wohl nur die Spitze des Eisberges. Eine lapidar als Umstrukturierung der Gebührenordnung angekündigte Umstellung hat sich bei genauerem Hinsehen als dreiste Gebührenerhöhung entpuppt. Im Falle des Standardkontos, bei dem alle Leistungen inbegriffen sind, belief sich die Erhöhung auf satte 69 Prozent. Kunden sollten dies einmal mehr zum Anlass nehmen, die Beziehung zu ihrer Hausbank zu überdenken. Denn trotz der Gebührenerhöhungen, die auf breiter Front stattfinden, gibt es nach wie vor Kontomodelle, die vollkommen kostenlos zur Verfügung stehen. Zu nennen ist dabei etwa das Girokonto der 1822direkt, einem Tochterinstitut der Frankfurter Sparkasse. Die Kunden erhalten hier ein vollwertiges Girokonto. Der Bargeldzugang ist dadurch ermöglicht, in dem bei allen Automaten der Sparkasse kostenlos Geld abgehoben werden kann. Kostenlos ist auch das Girokonto der deutschen Kreditbank (DKB). Der Bargeldzugang wird hier dadurch sichergestellt, indem die Kunden eine kostenlose Kreditkarte erhalten. Beide Kontomodelle sind nicht an einen regelmäßigen Geldeingang gebunden. Etwas anders sieht dies bei der ING-DiBa aus, die ebenfalls ein konsequent kostenloses Girokonto im Programm hat, zu dem auch eine Kreditkarte gehört. Voraussetzung ist allerdings ein regelmäßiges Einkommen aus einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung.

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