• Dienstag, 24. April 2018

Girokonto: Amazon kurbelt den Konkurrenzkampf an

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Schon jetzt führt in der Regel nur selten ein Weg an Amazon vorbei. Der Online-Versandriese hat sich in den letzten Jahren gefährlich in Position bringen können und das in vielen verschiedenen Branchen. Nun scheint es das nimmersatte Amazon auf die Finanzbranche abgesehen haben. Generell keine große Besonderheit, allerdings geht es dieses Mal um ein eigenes Modell für ein Girokonto. Und das dürfte die große Konkurrenz der Finanz-Branche überhaupt nicht gerne hören. Aber was hat Amazon konkret vor?

Zielgruppe: Junge und sozial schwache Menschen

Wie viel Bank können Jeff Bezos und sein mächtiges Amazon? Gemessen an den Partnern, mit denen der Versandriese sein eigenes Girokonto-Modell verwirklichen möchte, sehr gut. Keine geringeren als JPMorgan Chase und Capital One sollen sich der Sache annehmen und laut verschiedener Medienberichte ein passendes Modell für das Amazon Girokonto entwickeln. Die Möglichkeiten auf dem Markt schätz das Unternehmen dabei als außerordentlich gut ein. Immerhin ist vor allem in den USA auf dem Markt der Bankkonten noch kräftig Luft nach oben vorhanden. Ein Drittel aller Amerikaner besitzt derzeit weder ein Girokonto noch eine Girokarte. Deutschland sieht dies zwar ein bisschen anders aus, dennoch sorgt ein frischer Konkurrent auch hierzulande nicht selten für viel Bewegung.

Ganz besonders dann, wenn es sich bei diesem Konkurrenten um den Namen Amazon handelt. Der Händler gilt für viele Menschen als Inbegriff des modernen Lebens und dürfte sicherlich auch als Teil der Finanzbranche ein interessantes Paket zusammenstellen. Angedacht ist dieses vor allem für sozial schwächere Menschen und junge Personen.

Sorgen der deutschen Anbieter werden nicht geringer

Auch in Deutschland wird das Vorhaben von Amazon natürlich beobachtet. Immerhin steuern die altbekannten Filialbanken derzeit durch schwierige Gewässer, da sie durch die Niedrigzinsen und folgenden Gebühren einige Kunden an die Filialbanken verloren haben. Und es ist kaum vorstellbar, dass Amazon ein deutlich unattraktiveres Angebot auf die Beine stellen wird, als die aktuellen Vertreter auf dem Markt. Hierbei spielt dem Unternehmen zudem noch ein weiterer Vorteil in die Karten. Immerhin lässt sich das Amazon Girokonto erstklassig mit einem Nutzer-Account beim Händler verbinden – und könnte den Nutzern so im Zweifelsfall vermutlich einige Vorteile einbringen.

In der Tat könnte es richtig spannend werden, wenn sich die „Bezos Bande“ dazu entscheidet, auch auf dem Finanzmarkt richtig durchzustarten. Immerhin stellt der Konzern eine Marktkapitalisierung von rund 770 Milliarden US-Dollar. Das ist mehr, als die Bank of America und der jetzige Partner JPMorgan Chase zusammen.

Auch die Daten im Visier: Pläne des Online-Riesen liegen auf der Hand

Warum sich das Girokonto-Modell für Amazon gleich in doppelter Hinsicht auszahlen könnte, liegt auf der Hand. Der Anbieter kann seinen Kunden spezielle Tarife anbieten, wenn diese ihr Konto zum Beispiel an eine Mitgliedschaft bei Amazon Prime binden. Gleichzeitig ist es angesichts der altbekannten Geschäftsmodelle des Unternehmens auch denkbar, dass einige Produkte exklusiv nur den Girokonten-Besitzern zur Verfügung sehen. Weitaus wichtiger noch sind für Amazon allerdings die Daten, die auf diese Art und Weise gewonnen werden können. Bisher kann nur ein Teil dieser Daten abgerufen werden – nämlich der, wenn ein Kunde seine Ware kauft. Kann Amazon jetzt aber auch noch das Girokonto zur Verfügung stellen, kann das Kaufverhalten der Nutzer natürlich noch besser analysiert werden.

Insgesamt scheint Amazon also nur schwer zu stoppen, da es sich für das Unternehmen um einen höchst interessanten und profitablen Bereich handelt. Zusätzlich dazu ist der Versandriese bekannt dafür, sich in seinen anvisierten Plänen nicht leicht vom Weg abbringen zu lassen. So machte der Anbieter jüngst erst mit einem eigenen Lieferservice auf sich aufmerksam, der in Zukunft die Konkurrenz von UPS und Co. herausfordern soll. Darüber hinaus hat Jeff Bezos jüngst erst den Bio-Supermarkt „Whole Foods“ erworben und möchte damit einen Frontalangriff auf Handelsriesen wie „Wal Mart“ starten – und das ist nur ein kleiner Bereich der Tätigkeitsfelder.

Was ist den Kunden wichtig bei ihrem Girokonto?

Ob Amazon mit seinem eigenen Girokonto-Modell wirklich die Konkurrenz der Commerzbank und Co. in den Schatten stellen kann, bleibt abzuwarten. Immerhin hat die Vergangenheit gezeigt, dass die Bedürfnisse auf dem US-amerikanischen Markt keinesfalls mit den europäischen Anforderungen gleichzusetzen sind. Darüber hinaus haben sich die Ansprüche der Kunden in den letzten Jahren auch ein bisschen gewandelt. Mittlerweile wird deutlich mehr von einem Girokonto erwartet. Die Nutzer wollen hiermit nicht nur auf klassischem Wege ihre Überweisungen tätigen oder Gelder empfangen, sondern auch ein Online-Banking nutzen. Kaum ein Unternehmen im Girokonto-Bereich kommt heute ohne einen derartigen Service aus. Das Online-Banking selber wird vor allem dann geschätzt, wenn sich die Nutzer einfach orientieren können und keinerlei Probleme in der Bedienung auftauchen. Immer stärker geht der Trend zudem zu weiteren Extras wie den Haushaltsbüchern, die von immer mehr Menschen für die Planung der eigenen Finanzen verwendet werden. Sollte Amazon also auf diesem Markt Erfolg haben wollen, muss das Unternehmen seinen Nutzern einiges bieten. Ein Blick auf die weiteren Bereiche des Unternehmens zeigt aber auch, dass man sich hiermit in den letzten Jahren nicht unbedingt schwer getan hat.

So finden Sie das beste Girokonto

Wer sich heutzutage nach einem passenden Girokonto für die eigenen Bedürfnisse umsieht, der hat die Qual der Wahl. Es muss längst nicht mehr die Filialbank sein, bei der in aller Regel Gebühren für die Kontoführung in Kauf genommen werden müssen. Die Direktbanken stellen noch immer gebührenfreie Modelle zur Verfügung, mit denen also unterm Strich bares Geld gespart werden kann. Zusätzlich dazu ist neben der Kontoführungsgebühr natürlich auch ein Blick auf die möglichen weiteren Gebühren zu werfen. Nicht immer können die Kontoauszüge bei einem Girokonto gebührenfrei gezogen werden, da die Anbieter in vielen Fällen lieber ihre Online-Dienste zur Verfügung stellen wollen. Wer also nicht zwingend Auszüge in Papierform benötigt, kommt in vielen Fällen noch einmal günstiger weg. Weitere mögliche Kosten können zum Beispiel bei der Abwicklung von Überweisungen oder Einzahlungen anfallen – auch hier sollte genau hingesehen werden.

In einem Atemzug mit diesen Kriterien können die generellen Leistungen des Girokontos bewertet werden. Hiermit sind zum Beispiel die täglichen Limits für die Bargeldauszahlung oder ähnliches gemeint. In vielen Fällen gibt es zum Girokonto bei einem Anbieter übrigens gleich noch eine Kreditkarte mit dazu, so dass auch hier die unterschiedlichen Kriterien genauestens geprüft werden sollten. Wichtig: Benötigen die Verbraucher einen Dispositionskredit bei ihrem Girokonto, müssen auch hier noch einmal gesonderte Kriterien geprüft werden, zu denen zum Beispiel die Zinsen für den Kredit gehören. Anders gesagt: Bevor sich ein Nutzer für ein Girokonto entscheidet, sollte das Angebot genauestens geprüft und in den direkten Vergleich mit der Konkurrenz gesetzt werden. Hilfreich sind dabei natürlich auch die Erfahrungen anderer Nutzer, die sich bereits Eindrücke über das gewünschte Girokonto verschaffen konnten.

Genauere Neuigkeiten zum Amazon Modell stehen noch aus

Bisher sind rund um das Amazon Girokonto noch keine weiteren Informationen bekannt, so dass nicht geklärt werden kann, inwiefern das Unternehmen den Erwartungen der Nutzer wirklich gerecht werden kann. In den kommenden Monaten dürften sich diese Geheimnisse allerdings ein wenig lüften, denn der Versandriese ist nicht gerade dafür bekannt, sich lange Zeit zu lassen. Für die Konkurrenz der Branche jedenfalls beginnt eine unangenehme Zeit. Zumindest so lange, bis der Anbieter genauere Informationen zu seinen Plänen herausrückt.

Amazon Girokonto könnte eine richtig interessante Sache werden

Für den US-Riesen ist ein eigenes Girokonto gleich in mehrfacher Hinsicht interessant. Zum einen kann die Kundenbindung deutlich intensiviert werden, zum anderen liefern die Käufe dem Unternehmen dann noch mehr Daten, als bereits jetzt schon. Für die hiesige Konkurrenz auf dem Markt dürfte die Ankündigung von Amazon ein echter Schock gewesen sein, schließlich ist das Unternehmen dafür bekannt, sich in seinen Plänen durchzusetzen und dann auch gut präsentieren zu können. Vor allem durch die direkte Verbindung mit einem Amazon-Konto können die Nutzer hier vermutlich einige Vorteile für sich beanspruchen. Zusätzlich dazu macht es sich die Branche in Deutschland aktuell aber auch selber schwer, da die Filialbanken aufgrund ihrer Gebühren viele Kunden verärgern – auch das öffnet natürlich die Tür für einen weiteren Geniestreich von Amazon und seinem Chef Jeff Bezos.

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