Wie heißt es so schön? Die Kinder werden heute immer früher Erwachsen. Das lässt sich in fast keinem anderen Bereich so sehr behaupten, wie im Finanz-Sektor. Immerhin spielt sich das gesamte Leben heute in Verbindung mit einem Girokonto ab und so äußern immer mehr Schüler den Wunsch nach einem eigenen Konto. Aber macht ein solches Girokonto überhaupt Sinn? Worauf ist zu achten und worin können mögliche Probleme verborgen liegen? Fragen über Fragen, die wir im Folgenden verständlich beantworten werden.
Macht ein Girokonto für Schüler überhaupt Sinn?
Das heutige Leben in der Gesellschaft ist ohne ein Girokonto undenkbar. Schließlich werden mit diesem Konto zum Beispiel Gehaltseingänge empfangen oder Rechnungen bezahlt. Auf Schüler trifft dies in der Regel zwar nicht zu, dennoch lohnt sich ein Girokonto für Schüler gleich in mehrfacher Hinsicht. Zum einen hat das Ganze natürlich einen gewissen Lerneffekt. Wer früh den Umgang mit dem eigenen Konto lernt, wird es im späteren Leben deutlich einfacher haben. Zudem bildet das Girokonto für die Schüler eine optimale Grundlage, um zum Beispiel für einen größeren Wunsch zu sparen. Wird zum Beispiel durch einen Schülerjob oder ähnliches das Taschengeld aufgebessert, können diese Beträge durchgängig auf das Girokonto eingezahlt werden. Für den einen oder anderen „Groschen“ der Großeltern ist das Schüler Girokonto natürlich ebenfalls geeignet. Zusammenfassen lässt sich also sagen, dass ein Girokonto auch für Schüler eine Menge Sinn macht und so die komplexen Zusammenhänge des Finanzwesens bereits in jungen Jahren erlernt werden.
Übrigens: Ein Schüler Girokonto muss nicht erst mit dem Eintritt in die Schule eröffnet werden, sondern steht bei vielen Banken auch schon deutlich früher zur Verfügung.
Darauf sollte bei der Wahl des Schüler Girokontos geachtet werden
Im Grunde genommen verhält es sich mit einem Girokonto für Schüler nicht anders, als bei einem regulären Girokonto. Die Auswahl auf dem Markt ist groß, die Qualität des Kontos aber längst nicht bei allen Unternehmen gleichwertig. Bevor also ein Konto eröffnet wird, sollte immer auf unterschiedliche Aspekte geachtet werden kann. Sicherlich der wichtigste Aspekt für die künftigen jungen Kontoinhaber sind die Kosten. Erwachsene müssen für das reguläre Girokonto bei einer Bank oftmals Kontoführungsgebühren bezahlen, bei denen mehrere Euro im Monat fällig werden können. Schüler erzielen in der Regel jedoch kein eigenes Einkommen, weshalb hier auf mögliche Kosten seitens der Bank verzichtet werden sollte. Kleiner Tipp: Achten sollte jeder Kontoinhaber darauf, dass auch zusätzliche Leistungen wie Bargeldeinzahlungen oder das Ziehen von Kontoauszügen kostenlos ist.
Darüber hinaus spielen für die Bewertung eines Schüler Girokontos auch die Leistungen eine wichtige Rolle. Hier gilt ebenfalls: Der Unterschied zu einem regulären Girokonto sollte nicht allzu groß sein. Erforderlich ist es, dass die jungen Kontoinhaber ganz regulär Geld einzahlen und abheben können. Selbstverständlich ist eine zusätzliche Girokarte erforderlich, so dass die Schüler in der Pause zum Beispiel im nächsten Supermarkt ihre Pausenbrot bezahlen können. Abschließend lässt sich zudem sagen, dass vor allem die Sicherheit gewährleistet sein sollte. Immer mehr Banken bieten ihren jungen Kontoinhabern zum Beispiel das Online Banking an. Wird dieses genutzt, sollte auf eine sogenannte SSL-Verschlüsselung geachtet werden. Mit dieser werden die Daten des Kontoinhabers verschlüsselt, so dass diese Angaben niemals Kriminellen in die Hände fallen können. Auch wenn nur die wenigsten Schüler enorm hohe Einlagen auf ihrem Konto ansammeln, sollte trotzdem immer nur dort ein Konto eröffnet werden, wo Schutz durch die gesetzliche Einlagensicherung gewährleistet werde kann. Geschützt sind hierdurch alle Einlagen bis zu einer Summe von 100.000 Euro.
Ein „echtes“ Girokonto ist für Schüler nicht empfehlenswert
Für den einen oder anderen Leser stellt sich jetzt möglicherweise die Frage, warum nicht gleich ein vollwertiges Girokonto für die Schüler eingerichtet wird. Der Grund liegt aber natürlich auf der Hand und lässt sich vor allem mit den Kosten beziffern. Wer zur Schule geht, der erzielt abgesehen von möglichen Nebentätigkeiten keinerlei Einkünfte. Dementsprechend wäre es ziemlich ungünstig, wenn Kontogebühren oder ähnliche Kosten entstehen. Darüber hinaus wird beim Griff zum klassischen Girokonto aber auch oftmals Potenzial verschenkt. Die Schüler Girokontos bieten oftmals spezielle Prämien oder Sonderkonditionen an, die bei einem regulären Girokonto nicht verfügbar wären. Hierzu können heutzutage zum Beispiel Musik-Flatrates bei bestimmten Anbietern gehören, oftmals können sich die Kontoinhaber aber auch über bares Geld als Dankeschön freuen. Insofern lohnt es sich ganz klar, als Schüler die Augen zuerst auf die speziellen Angebote für junge Leute zu werfen. Der Umstieg auf ein vollwertiges Girokonto erfolgt dann noch früh genug.
Für Studenten gibt es wieder gesonderte Kontomodelle
Unterschieden werden muss bei den Kontomodellen für junge Leute ganz klar zwischen den Schülerkonten und dem Girokonto für Studenten. Dieses kann zwar als echte Alternative bezeichnet werden, ist aber gewiss nicht für jeden Kontoinhaber geeignet. Der große Unterschied liegt darin, dass die Studenten in der Regel deutlich älter sind und ihnen von der Bank mehr Verantwortungsbewusstsein zugetraut wird. Das wiederum führt dazu, dass ein Studentenkonto einem regulären Girokonto noch ein bisschen näher kommen kann. So werden diese Konten zum Beispiel auch schon in Kombination mit einem Dispositionskredit ausgegeben. Gerade für die in aller Regel etwas „klammen“ Studenten kann das eine sinnvolle Sachen sein. Darüber hinaus gehört zu vielen Girokonten für Studenten heutzutage auch schon eine eigene Kreditkarte. Für Schüler hingegen sollten diese Optionen nicht zugänglich sein, da sonst der Verlust über die finanzielle Kontrolle droht.
Allerdings gibt es auch für die Schüler eine echte weitere Alternative: Wer sich nicht über einen längeren Zeitraum an eine Bank binden möchte, kann auf eine Prepaid-Kreditkarte zurückgreifen. Mit einer solchen Karte kann ebenfalls problemlos gezahlt werden, nur ist diese an eine Prepaid-Funktion gebunden. Bevor also überhaupt gezahlt werden kann, muss erst einmal ein gewisses Guthaben aufgeladen werden. Statt dass monatliche Taschengeld also auf ein Bankkonto zu überweisen, könnten die Eltern ihren Nachwuchs auch mit einer Prepaid-Kreditkarte ausstatten. Der Nachteil: Das Abheben von Bargeld ist nicht mit allen Prepaid-Karten möglich bzw. ohne den Abzug von Gebühren machbar. Laufende Kosten fallen bei einer Prepaid-Kreditkarte dafür aber im Normalfall auch nicht an.
Mit dem richtigen Konto frühzeitig lernen
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass viele gute Gründe für die Eröffnung eines Schüler Girokontos sprechen. Junge Menschen können so wunderbar den Umgang mit einem eigenen Konto erlernen und genießen meist gegenüber den Erwachsenen noch weitere Vorteile. So wird zum Beispiel auf Kontoführungsgebühren oder ähnliches verzichtet, zudem können in der Regel spezielle Aktionen oder Prämien genutzt werden. Einfach so aus dem Bauch heraus sollte das Girokonto jedoch nicht gewählt werden. Wichtige Aspekte sind hingegen die Seriosität des Unternehmens, der Funktionsumfang des Kontos und mögliche Gebühren für zum Beispiel Bargeldeinzahlungen. Wird im Vorfeld eine gute Auswahl getroffen, können die jungen Kontoinhaber mit einem Schüler Girokonto aber einen optimalen Einstieg in die Finanzwelt erleben.
3 Schüler Girokonten im Blick
Commerzbank
Die Commerbank stellt mit ihrem sogenannten StartKonto ein Girokonto bereit, welches für Schüler, Studenten, Auszubildende oder Wehrdienstleistende gleichermaßen geeignet ist. Bis zum Ende des 30. Lebensjahres kann das Konto genutzt werden, bereits ab 300 Euro Geldeingang im Monat gibt es die Young Visa Kreditkarte mit dazu. Kontogebühren werden nicht erhoben, lediglich bei Zahlungen im Ausland fällt eine Gebühr von einem Prozent an. Die kostenlose Girocard der Commerzabnk gibt es mit dazu, gleichzeitig verspricht der Anbieter eine 50 Euro Zufriedenheitsgarantie und ein kostenfreies Music-Streaming mit der StarKonto App – für ein ganzes Jahr.
Postbank
Das junge Leute Konto der Postbank trägt den Namen Giro start direkt und ist für alle Kontoinhaber unter 22 Jahren gebührenfrei verfügbar. Gesteuert wird das Konto über das Online-Banking, gleichzeitig stellt die Bank auch eine eigene mobile App zur Verfügung. Bargeld lässt sich mit der dazugehörigen Girokarte in Deutschland kostenlos abheben und das an mehr als 12.000 Geldautomaten. Optional für Studenten oder Auszubildende: Die Postbank Visa Card kann ebenfalls genutzt werden und ist im ersten Jahr sogar gratis. Danach wird eine Gebühr von fünf Euro pro Jahr erhoben.
Targobank
Die Targobank stellt mit dem Starter-Konto ein spezielles Konto für junge Leute zur Verfügung. Eine Grundgebühr fällt nicht an, gleichzeitig sind alle Überweisungen und Daueraufträge gratis. Ein Gehaltseingang oder eine Mindesteinlage sind nicht erforderlich, genutzt werden kann das Konto von allen Personen unter 30 Jahren. Die Girocard der Targobank gibt es kostenlos zum Girokonto mit dazu. Ein spezieller Service wird mit dem Konto-SMS-Service angeboten, der die Kontoinhaber über Aktiviäten informiert. Genutzt werden kann dieses zusätzliche Extra ab 14 Jahren.