• Donnerstag, 29. Januar 2026

Passend zur Urlaubssaison: Der Notfallbargeld-Service

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In wenigen Monaten startet wieder die Urlaubssaison. Ein ständiger Begleiter ist neben einer gewissen Summe Bargeld in der Regel auch eine Kreditkarte. Diese wird für Zahlungen in Restaurants genutzt oder dient dazu, um eine Veranstaltung im Reiseland zu bezahlen. Doch was passiert eigentlich, wenn diese Kreditkarte abhandenkommt? Unabhängig davon, ob es sich um einen Verlust oder Diebstahl handelt, bieten viele Unternehmen einen Notfallbargeld-Service. Dieser springt ein, wenn der Urlaub oder die Geschäftsreise ansonsten zu platzen droht.

Notfallbargeld-Service: Oftmals die Rettung in fernen Ländern

Für viele Reisende ist es die Alptraum-Vorstellung schlechthin. Mitten im fernen Urlaubsland geht plötzlich die Kreditkarte verloren. Wenn dann auch noch die Bargeld-Urlaubskasse aufgebraucht ist, kann es schnell eng werden. Für eine solche Situation ist der Notfallbargeld-Service vieler Unternehmen gedacht. Diese versorgen die Urlauber oder Reise mit einem „Notgroschen“, wenn diese ansonsten keinerlei Zahlungsmöglichkeiten mehr zur Hand hätten. Möglich gemacht wird dies über verschiedene Kooperationen, die sich über den gesamten Globus erstrecken. Viele Banken haben hier Kooperationspartner, über die Kunden am Urlaubsort Bargeld beziehen können.

Üblicherweise ist ein solcher Notfallbargeld-Service mit der jeweiligen Kreditkarte verbunden. Es ist jedoch auch denkbar, dass dieser Service von Banken direkt mit für das Girokonto angeboten wird. In jedem Fall ist wichtig, dass die verlorengegangene Kreditkarte gesperrt werden sollte. Das hilft nicht nur vor einem Fremdzugriff nach einem Diebstahl. Es gilt auch, dass ein Notfallbargeld nur im Falle einer gesperrten Kreditkarte ausgezahlt wird. Wie genau dies funktioniert, können Bankkunden den Vorgaben des jeweiligen Unternehmens entnehmen. In der Regel ist eine Hotline vorhanden, die vor Reiseantritt bestenfalls im Handy gespeichert werden sollte. Immer häufiger ist eine Sperrung aber auch über die jeweilige App des Unternehmens möglich.

Unterschiedliche Anbieter, unterschiedliche Methoden

Obwohl das Prinzip hinter dem Notfallbargeld eigentlich immer identisch ist, gibt es unterschiedliche Herangehensweisen auf dem Markt. Einige Unternehmen stellen zum Beispiel kein wirkliches Bargeld aus, sondern lediglich eine weitere Karte. Andere Unternehmen wiederum setzen möglicherweise auf eine Kombination aus einer Ersatzkarte und dem Notfallbargeld. Bei der DKB etwa wird ein solches kombiniertes Paket zur Verfügung gestellt. Kunden, die mindestens 700 Euro Geldeingang pro Monat auf dem Girokonto der DKB verzeichnen können, profitieren kostenlos von der Notfallkarte und dem Notfallbargeld. Ausgezahlt wird der „Notgroschen“ unmittelbar im Anschluss an die gesperrte Kreditkarte. Maximal stellt die Bank bis zu 1.000 Euro als Auszahlung zur Verfügung. Wer keinen Aktivstatus bei der Bank besitzt, zahlt für das Notfallbargeld übrigens eine Gebühr von 150 Euro. Die Notfallkarte schlägt in diesem Fall mit 180 Euro Gebühr zu Buche.

Bei der Comdirect hat man sich für einen ganz ähnlichen Weg entschieden. Auch hier erhalten die Kunden im Falle des Falls sowohl eine Ersatzkarte als auch ein Notfallbargeld. Das Notfallbargeld wird dabei über den Kreditkartenaussteller Visa bereitgestellt und sichert innerhalb von 24 Stunden bis zu 1.000 US-Dollar zu. Bis zum Versand der Ersatzkarte vergehen allerdings mehrere Werktage. Ganz umsonst ist der Notfall-Service bei der Comdirect ohnehin nicht. Mindestens 49,90 Euro müssen die Kunden hierfür berappen. Einen ganz anderen Ansatz verfolgt die N26-Bank. Mit der Funktion „Cash26“ bietet das Unternehmen eine Bargeld-Abhebung ohne Karte in fast 12.000 Geschäften. Bis zu 200 Euro pro Abhebung sind so kostenfrei verfügbar, maximal bis zu 900 Euro alle 24 Stunden. Der Haken: Aktuell steht das Angebot der Bank nur in deutschen Geschäften zur Verfügung. Reisenden im Ausland ist damit also nicht wirklich geholfen.

Keine pauschale beste Lösung vorhanden

Ob Kunden die Ersatzkarte oder das Notfallbargeld nutzen sollten, lässt sich pauschal nicht beantworten. Im besten Fall wird die Kombination verwendet. Teilweise ist dieser kombinierte Service gebührenfrei bei den Unternehmen zu haben. Besonders angenehm: Die Ersatzkarte wird per Kurier bequem dort zugeliefert, wo sich die Kunden aktuell befinden. Da dieser Service jedoch etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt als die Bargeld-Auszahlung, ist die Ersatzkarte im absoluten Notfall nur bedingt hilfreich. Allerdings: Mit der Ersatzkarte greift das regulär eingeräumte Kreditkartenlimit. Dieses dürfte in den meisten Fällen höher sein als das maximale Auszahlungslimit von meist 1.000 Euro für das Notfallbargeld. Wichtig zu beachten: Die Auszahlung der Notfallbargelder erfolgt in der Regel im jeweiligen Zielland in der Landeswährung.

Kreditkarten übernehmen den Markt: Abschied von Maestro winkt

Nicht nur im Ausland oder auf Geschäftsreisen sind Kreditkarten immer stark gefragt. Auch generell übernehmen die klassischen Kreditkarten und Prepaid-Kreditkarten eine immer stärkere Rolle ein. Das führt mittlerweile sogar soweit, dass Mastercard die Maestro-Funktion aus dem Verkehr ziehen möchte. Mit Stichtag 1. Juli 2023 keine neuen Girokarten mit dem Maestro-Badge mehr ausgestellt werden. Den Drang zur Kreditkarte dürfte das noch einmal verstärken, denn die Kunden sollen künftig im Ausland kein Geld mehr mit der Maestro-Girokarte abheben können. In ganz Europa möchte Mastercard den Service abschalten, lediglich Belarus, die Schweiz und Russland sollen laut Medienberichten außen vor bleiben.

Wie Mastercard mittlerweile selbst mitteilte, sollen neben den Girokarten mit dem Maestro-Badge auch die reinen Maestro-Karten künftig vom Markt verschwinden. Eine solche Bank wird unter anderem von der angesprochenen N26 Bank verwendet. Mastercard gab dazu bekannt, dass die bis zum 1. Juli 2023 ausgestellten Karten auch darüber hinaus noch ihre Gültigkeit behalten würden. Und zwar bis zu jenem Datum, an dem die Karte regulär ablaufen würde. Obwohl viele der Karten damit noch mehrere Jahre nutzbar sein dürften, wird die Akzeptanz laut Experten bereits ab 2023 deutlich abnehmen. Die Nutzerzahlen werden sich bis dahin deutlich verringern, Händler deshalb wohl früher Abschied von Maestro nehmen.

Debit Mastercard rückt ins Rampenlicht

Zu diesem tiefgreifenden Schritt entschieden hat sich der Kartenaussteller, weil Kunden künftig vermehrt auf die Debitkarte zurückgreifen sollen. Hierbei handelt es sich, anders als bei der klassischen Charge-Kreditkarte, nicht um eine Kreditkarte mit einer monatlichen Abrechnung der Kosten. Stattdessen wird der jeweilige Betrag direkt vom hinterlegten Girokonto abgebucht. Eine Überziehung über den jeweiligen Kreditrahmen des Kontos hinaus ist nicht möglich. Für Kunden könnte diese Umstellung auch einige Vorteile bringen. Bislang war es zum Beispiel online nicht flächendeckend möglich, mit der Maestro-Karte Zahlungen abzuwickeln. Mit der Debitkarte hingegen wird dieses Problem gelöst. Mastercard selbst erhofft sich durch den Kurswechsel ebenfalls einen positiven Einfluss. Immerhin hat der größte Konkurrent Visa ein ähnliches System bereits ebenfalls schon an Bord.

Verbraucherschützer bewerten die Entwicklung bislang noch nicht als negativ für die Kunden. Allerdings hängt vieles davon ab, ob auf die Verbraucher künftig möglicherweise höhere Kosten zukommen. Zudem forderten viele Verbraucherschützer, dass die Kartenunternehmen auf die Unterschiede zwischen Maestro und den Debitkarten eindeutig hinweisen bzw. die Kunden über diese aufklären.

C24 mit kuriosem Weg

Unabhängig davon ist der Trend weg von der Girocard und hin zu hybriden Karten immer stärker zu beobachten. Immer mehr Banken geben ihren Kunden mindestens die Debitkarte dazu oder ersetzen mit dieser sogar vollständig die ehemalige Girocard. Die DKB ist hierfür ein gutes Beispiel. Diese ersetzte die Girocard als Standard durch eine Debitkarte von Visa. Wer die Girocard noch immer haben möchte, muss künftig einen Aufpreis bezahlen. Eine Entwicklung, die bei einem Großteil der deutschen Banken erkennbar ist. Es geht jedoch auch anders. Die C24-Bank etwa hatte erst im Oktober eine Mastercard Debit als Standard etabliert und dafür die Girocard aus dem Angebot genommen. Jetzt ist diese wieder zurück und hat dafür die Mastercard Debit aus dem Angebot verbannt. Generell ist jedoch davon auszugehen, dass C24 mit diesem Weg eher allein dastehen dürfte.

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