• Montag, 15. Juni 2026

Versteckte Bargeld-Gebühren am Bankautomaten

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Seit einigen Jahren sind Gebühren für das Abheben von Bargeld an Geldautomaten das Reizthema in Deutschland. Wer Bares an einem Automaten will, der zahlt bei Fremdbanken ordentlich drauf. Doch nicht nur die fremden Kunden trifft es bei manchen Banken inzwischen finanziell. Je nach Geldinstitut wird auch bei den eigenen Kunden hingelangt. Die neueste Masche in diesem für die Bankkunden nach wie vor Nerven (und Geld) raubenden Thema: Gebühren, die plötzlich zu bestimmten Tageszeiten verlangt werden.

Mittags kein Bargeld mehr abheben?

Wer mittags zur Bank geht, um Geld vom Automaten abzuheben, kann dies nicht bei jeder Bank kostenlos erledigen. Inzwischen gibt es mehrere Banken, die für die Automatennutzung zu bestimmten Zeiten Geld verlangen. Die Bargeld-Gebühren können unterschiedlich hoch sein. Sie liegen zwar unter einem Euro, summieren sich aber natürlich über die Wochen und Monate, wenn ein Bankkunde immer in der Mittagspause Geld abhebt.

Damit machen sich die Banken etwas zu eigen, was viele Bundesbürger gerne machen: mittags in der Pause nach dem Essen noch schnell zur Bank gehen und Geld abheben. Weil es da oft zeitlich am besten passt und sie sowieso schon unterwegs sind.

Auch zu anderen Zeiten sind Gebühren möglich

Doch nicht nur die Mittagspause führt zu Bargeld-Gebühren beim Abheben. Andere Banken verlangen plötzlich Gebühren, wenn es am Abend oder am Wochenende zur Automatennutzung kommt.

Bankkunden, die davon betroffen sind, können sich natürlich überlegen, in Zukunft zu anderen Zeiten Geld abzuheben. Sie können aber auch darüber nachdenken, zu einer Bank zu wechseln, die solche Gebühren gar nicht erst berechnet.

Wenn plötzlich Gebühren verlangt werden

Manche Bank-Gebühren kommen von heute auf morgen. Sie tauchen im Preis-Leistungs-Verzeichnis auf und der Kunde bekommt es häufig gar nicht mit, dass es eine Änderung gab. Solche Änderungen können zwar vorab auf dem Kontoauszug angegeben werden. Doch viele Bankkunden überlesen solche Informationen und wundern sich später nur darüber, dass irgendwelche Abzüge auf ihren Kontoauszügen stehen.

Inzwischen werden Gebühren von bis zu 65 Cent fällig, wenn zu einer bestimmten Zeit Bargeld am Automaten abgehoben wird. Dabei handelt es sich mitnichten um Abhebungen an Geldautomaten von fremden Banken, sondern um Automaten der eigenen Bank. Wird nur vier Mal im Monat Bargeld zu dieser Zeit abgehoben, fallen Gebühren von weit über 2 Euro an. Ein Betrag, der sich über das Jahr zusammenaddiert und woanders besser aufgehoben wäre. Vor allem Haushalte, bei denen es etwas knapper zur Kasse geht, und die auf jeden Cent achten müssen, trifft dies natürlich hart.

Abhebegebühren immer wieder Reizthema

In den letzten Jahren gab es viele Diskussionen um das Thema Abhebegebühren an Bankautomaten. Vor allem ging es dabei um die Nutzung von Geldautomaten so genannter Fremdbanken. Wer zu einem Automaten ging, um Bargeld abzugeben, aber einen anderen Automaten als den seiner eigenen Bank, Sparkasse, oder eines Bankenverbundes nutzte, wurde kräftig zur Kasse gebeten. Zum Teil fielen Gebühren von bis zu 10 Euro an.

Die Privatbanken hatten sich nach einer langen Zeit der Diskussion und Kritik seitens der Verbraucherschützer auf einen Betrag von 1,95 Euro für die Automatennutzung von Fremdkunden geeignet. Die Sparkassen und Volksbanken gingen nicht so weit, den Betrag so weit zu senken, wollten jedoch maximal 4 Euro je Abhebevorgang berechnen. Eine einheitliche Abhebegebühr gibt es bis heute nicht. Die Lager aus Sparkassen, Volksbanken und Privatbanken konnten keine gemeinsame Linie finden.

Eine Folge der Diskussionen war es, dass die Abhebegebühr bei jeder Nutzung eines Geldautomaten vorab angezeigt wird. Nur wenn der Verbraucher dies dann bestätigt, bekommt er auch das Geld ausgezahlt. Andernfalls kann er den Abhebevorgang dann auch unterbrechen und sich das Geld aufgrund der hohen Gebühren nicht auszahlen lassen.

Die versteckten Abhebegebühren

Anders sieht dies jedoch bei diesen neuen tageszeit-abhängigen Bargeld-Gebühren aus. Die Gebühren für die Automatennutzung werden nicht als Abhebegebühren deklariert und müssen dementsprechend auch nicht beim Geldabheben selbst angezeigt werden. Stattdessen werden die Bargeld-Gebühren als Buchungspostengebühr verrechnet und sind erst auf dem Kontoauszug zu sehen.

Für die Bankkunden bedeutet dies, dass sie ihre Kontoauszüge unbedingt genauer ansehen sollten. Sind solche Buchungspostengebühren für die Tage zu finden, an denen Sie Geld an einem Automaten abgehoben haben, dann berechnet auch Ihre Bank diese versteckten Abhebegebühren.

Buchungspostengebühr statt Abhebegebühr

Da diese Bargeld-Gebühren nicht als Abhebegebühren angezeigt werden, werden sie von den Bankkunden auch oft nicht wahrgenommen. Dies ist auch verständlich, sind wir doch schon seit Jahren gewohnt, dass Gebühren, welche für die Automatennutzung anfallen, beim Abhebevorgang selbst angezeigt werden. Dieses Thema dürfte damit auch für die Verbraucherschützer wichtig werden. Schließlich gehen die Bankkunden zu Recht davon aus, dass sie für die Nutzung der Geldautomaten der eigenen Bank oder Sparkasse neben dem Kontoentgelt nicht noch weitere Gebühren bezahlen müssen.

Bargeld-Gebühren zusätzlich zum Kontoentgelt

Die Gebühren für das Geldabheben gibt es den ersten Einschätzungen nach nur bei den Kunden, die das günstigste Girokonto-Modell gewählt haben. Bei diesen Bankkunden werden die Bargeld-Gebühren erhoben. Bei den anderen, die ein teureres Girokonto-Produkt bei der jeweiligen Bank haben, werden die versteckten Abhebegebühren indes nicht verlangt.

Dies zeigt, wie groß die Unterschiede sind, die einige Banken bei ihren Kunden machen. Plötzlich müssen die Kunden draufzahlen, denen irgendwann das günstigste Girokonto angeboten wurde. Da die Buchungspostengebühr nicht als Abhebegebühr angezeigt wird, merken die betroffenen Kunden oft erst nach vielen Wochen, dass sie für ihr eigentlich kostengünstiges Konto tiefer als gedacht in die Tasche greifen müssen.

Auf das Preis-Leistungs-Verzeichnis der Banken achten

Für Bankkunden ist es wichtig, auf Änderungen zu achten, die sich im Preis-Leistungs-Verzeichnis der Banken und Sparkassen ergeben. Dort sind alle Gebühren aufgeführt, welche das jeweilige Geldinstitut von ihren Kunden verlangt. Oft ist es schwierig, dieses Preis-Leistungs-Verzeichnis einzusehen, da es in Filialinstituten in vielen Fällen nur auf Anfrage ausgehändigt wird. Bei Direktbanken, die nur im Internet zu finden sind, lässt sich das Gebührenverzeichnis oft einfacher finden.

Werden Ihnen Änderungen im Preis-Leistungs-Verzeichnis Ihrer Bank oder Sparkasse bekannt gegeben, sollten Sie diese unbedingt nachlesen und nicht einfach beiseite legen. Die „Buchungspostengebühr“ für die Nutzung von Geldautomaten zu bestimmten Tageszeiten rechnet sich zusammen und wird im Laufe mehrerer Monate schnell zu einem zweistelligen Betrag. Gerade die Bankkunden, die lieber kleinere Geldbeträge abheben, anstatt einmal oder zweimal im Monat zur Bank gehen, trifft dies dann hart.

Die Banken wollen Geld verdienen

Die Niedrigzinsphase, in der sich die Euro-Zone immer noch befindet, treibt bei den Banken und Sparkassen immer mehr Blüten. Neue Gebührenmodelle werden gesucht, und wurden zum Teil in den Bargeld-Gebühren bei Automatennutzung zu bestimmten Zeiten gefunden. Wie lange dies möglich sein wird, bleibt abzuwarten. Sollten die Verbraucherschützer auf den Plan treten und die Abhebegebühr, die als Buchungspostengebühr angegeben wird, infrage stellen, könnte damit bald Schluss sein.

Für Sie als betroffene Bankkunden gibt es indes schon viel früher eine Möglichkeit. Wenn Sie diese dreisten Abhebegebühren nicht bezahlen wollen, können Sie das Girokonto wechseln. Damit können Sie diese Bargeld-Gebühren vermeiden, und müssen sich nicht weiter über die Geschäftspolitik Ihrer Bank ärgern.

Girokonten anhand der Gebühren vergleichen

Wer keine versteckten Abhebegebühren bezahlen möchte oder sonst die Nase voll hat von den Gebührenmodellen seiner Bank, kann sich auf die Suche nach einem neuen, kostengünstigeren Girokonto begeben. Dies ist möglich mit einem Girokonto-Vergleich, in dem entsprechende Konten aufgelistet sind. Damit lassen sich schnell die Vorteile eines Wechsels erkennen. Vor allem die ohne Bedingungen kostenlosen Girokonten sprechen für sich.

Beim Girokonto-Vergleich sollte aber auch auf die Kosten für das Geldabheben geachtet werden. Je nach Girokonto kann weltweit kostenlos Geld abgehoben werden, zum Teil nur in der EU oder im Euro-Währungsraum. Vor der Kontoeröffnung ist es zu empfehlen, unbedingt auf diesen Punkt zu achten. Nur so haben Sie am Ende ein Girokonto, das wirklich kostengünstig ist!

Kostenlose Girokonten gibt es immer noch

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Banken, die kostenfreie Girokonten anbieten, stark zurückgegangen. Dennoch gibt es einige Banken, bei denen das Wörtchen „kostenlos“ immer noch gilt. Dazu gehören die Girokonten bei der comdirect, bei der DKB und bei der ING-DiBa. Alle drei Banken sind Direktbanken und haben entsprechend keine Filialen. Durch die Einsparungen, welche die Banken an Miete und Personal haben, können sie ihre Girokonten vergleichsweise günstig anbieten.

Das comdirect Girokonto bietet für Kunden einige Vorteile. Dazu gehört die kostenlose Kontonutzung und das weltweit kostenlos Geld abgehoben werden kann. Zum Girokonto der comdirect gibt es eine kostenlose Visa Card Kreditkarte dazu, auch ein kostenloses Wertpapierkreditkonto kann zum Konto eröffnet werden. Anders als bei zahlreichen Banken und Sparkassen mit Filialinstituten bietet die comdirect eine telefonische Servicehotline an, die rund um die Uhr und jeden Tag erreichbar ist. Beim comdirect Girokonto gibt es auch immer wieder Prämien für Neukunden, hier ist zu einem kostenlosen Girokonto auch noch ein Bonus für die Kontoeröffnung und anderes mehr möglich.

Das DKB-Cash Girokonto gehört ebenfalls zu den Girokonten, die für kostenbewusste Bankkunden besonders geeignet sind. Auch hier gilt: die Kontoführung ist kostenlos, zum Girokonto dazu gibt es ebenfalls eine kostenlose Visa Card. Für das Girokonto selbst gibt es zwar kein Guthabenzins mehr, dafür gibt es auf dem Visa-Kreditkartenkonto eine Verzinsung von 0,2 Prozent p.a. für Guthaben bis zu 100.000 Euro. Wer keine Lust hat, ein Tagesgeldkonto neben dem Girokonto zu eröffnen, kann diese Guthabenverzinsung auf der Kreditkarte nutzen.

Das ING-DiBa Girokonto bietet, wie die Girokonten der comdirect und der DKB, eine kostenlose Kontoführung an. Zum Konto dazu gibt es ein kostenloses Tagesgeldkonto. Innerhalb der Europäischen Union kann kostenlos Bargeld abgehoben werden. Auch beim Girokonto der ING-DiBa kann auf die Prämie geachtet werden, die es zeitweise für Neukunden gibt.

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